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Hamburg-Berlin als letzte Bahn-Hauptstrecke freigeräumt

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Nach Sturmtief Herwart
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Es läuft wieder: Zugreisende stehen vor einer Anzeigetafel auf dem Hauptbahnhof von Hannover. Foto: Hauke-Christian Dittrich Foto: dpa
Fährt mein Zug?
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Zugreisende stehen am Sonntag vor einer Anzeigetafel auf dem Hauptbahnhof in Hannover und warten auf eine Verbindung. Langsam kommt der Bahnverkehr wieder in Gang. Foto: Peter Steffen Foto: dpa
Bahnhof Hannover
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Das Eingangsportal des Hauptbahnhofs in Hannover. Erste Züge fahren wieder. Foto: Hauke-Christian Dittrich Foto: dpa
Einschränkungen
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Nach gibt es erhebliche Einschränkungen im Zugverkehr. Foto: Hauke-Christian Dittrich Foto: dpa
Volle Schalter
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Dicht an dicht stehen in Berlin Reisende am Informationsstand der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof. Foto: Paul Zinken Foto: dpa
Aufräumarbeiten
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Ein Fahrzeug der Landesforsten ist auf der Landstraße 517 zwischen Schulenberg im Oberharz und Clausthal-Zellerfeld im Einsatz. Foto: Swen Pförtner Foto: dpa
Wangerooge
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Gestern war hier noch Strand: Schaulustige auf Wangerooge an der Abbruchkante des Badestrandes. Foto: Peter Kuchenbuch-Hanken Foto: dpa
Schäden
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Auch in Bayern wütete Sturm «Herwart» kräftig. Foto: Karl-Josef Hildenbrand Foto: dpa
Keine Fahrzeuge verfügbar
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Da die Bahn in vielen Teilen nicht fuhr, schwenkten Fahrgäste auf den Mietwagen um. Schnell gab es bei Autovermietungen keine Fahrzeuge mehr. Foto: Daniel Bockwoldt Foto: dpa

Der Sturm ist abgezogen, die Bahn räumt blockierte Gleise frei. Die Schäden reichen weit über die Schienenstrecken hinaus. Tote sind zu beklagen und noch immer hängt an Frachter vor Langeoog fest.


Berlin (dpa) - Nach dem großen Herbststurm »Herwart« rollt der Bahnverkehr auf den meisten Strecken in Deutschland wieder. Allerdings mussten sich die Fahrgäste am Montag noch auf Verspätungen einrichten, wie die Bahn mitteilte.

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Der Sturm hatte bundesweit große Schäden angerichtet. Auf der Nordseeinsel Wangerooge spülte die Flut ein großes Stück des Badestrandes weg. Vor der ostfriesischen Insel Langeoog saß weiter ein großer Frachter fest.

Der Oktober 2017 mag vielen Menschen vor allem wegen der Herbststürme »Xavier« und »Herwart« in Erinnerung bleiben. Nach der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war der Monat aber auch überdurchschnittlich warm und mit einer Durchschnittstemperatur von 11,1 Grad einer der zehn wärmsten Oktobermonate seit Beginn der flächendeckenden Temperaturaufzeichnungen im Jahr 1881.

Als letzte Hauptstrecke gab die Bahn am Nachmittag die Verbindung zwischen Deutschlands größten Städten Berlin und Hamburg wieder frei. Dort war zwischen Boizenburg und Hagenow in Mecklenburg ein Baum in eine Oberleitung gestürzt. Die Reparatur dauerte länger als erwartet.

Im Regionalverkehr im Osten und Norden waren am Montag noch einige Abschnitte gesperrt, in Schleswig-Holstein etwa zwischen Itzehoe und Elmshorn. Nur eingleisig befahrbar blieben vorerst die Strecken von Berlin nach Stralsund und nach Rostock.

Auf der Route zwischen Hannover und Berlin fuhren ab Montagmorgen wieder Züge, ebenso auf den Trassen Hannover-Magdeburg, Berlin und Dresden, sowie Münster und Norddeich. Die Deutsche Bahn hatte am Sonntag in sieben Bundesländern ihren Fernverkehr gestoppt.

Am Tag nach einem Bootsunglück in Mecklenburg-Vorpommern mit bisher zwei Toten wurde der dritte Gekenterte weiter vermisst. Die Suche nach dem 48-Jährigen blieb zunächst erfolglos, wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei sagte. Die Urlauber waren am Sonntag trotz Warnung vor Sturmtief »Herwart« mit einem kleinen Motorboot auf den aufgewühlten Peenestrom hinausgefahren und gekentert. Am Sonntag war auch ein Camper an der Nordsee im Sturm ertrunken.

Ein 61-jähriger Jäger aus dem Emsland wurde in Prangendorf (Mecklenburg-Vorpommern) tot aufgefunden. Nach Angaben der Polizei lag er unter einem umgestürzten Hochsitz. Die Situation am Fundort weise darauf hin, dass der Hochsitz im Sturm umstürzte und dabei den Mann unter sich begrub. Damit wäre der Jäger das vierte Todesopfer des Herbststurms in Deutschland.

In Tschechien kamen drei Menschen im Sturm ums Leben. Ein 85-Jähriger, der am Sonntag in der Stadt Bela pod Bezdezem (Weißwasser) von einem herabstürzenden Baum getroffen worden war, erlag nach Angaben der Agentur CTK im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Zuvor waren bereits ein Mann und eine Frau von Bäumen erschlagen worden. Nach Angaben des Wetterdienstes CHMU war es der verheerendste Sturm in Tschechien seit Orkan Kyrill im Januar 2007.

In Polen tötete der Sturm mindestens zwei Menschen getötet und verletzte 16 weitere. Die Feuerwehr rückte zu rund 8000 Einsätzen aus, wie Rettungskräfte am Montag mitteilten.

In der Nordsee lief vor Langeoog ein Frachter im Sturm auf Grund. Sämtliche Rettungsversuche schlugen zunächst fehl. Die 225 Meter lange, unbeladene »Glory Amsterdam« hatte sich am Sonntag in der Deutschen Bucht losgerissen. Nach bisherigen Erkenntnissen seien die 22 an Bord befindlichen Menschen unverletzt, hieß es vom deutschen Havariekommando, das die Einsatzleitung übernahm.

Die Bahn und der Baum: Züge bleiben im Sturm auf der Strecke

Gestern noch Badestrand, heute Steilküste

Rund 90 Reisende haben am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe die Nacht zu Montag in einem Übernachtungszug verbracht. Es wurden zwei ICEs zur Verfügung gestellt. Die Passagiere waren auf dem Weg nach Berlin am Sonntag in Kassel gestrandet. Am frühen Montagmorgen konnten sie ihre Reise an die Spree fortsetzen.