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Gravierende Mängel: Neun Reisebusse bei Siegsdorf aus dem Verkehr gezogen

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Bus-Großkontrolle der Polizei an der A8 in Siegsdorf
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Eine Großkontrolle von Reisebussen führte die Polizei am Donnerstag bei der Autobahnmeisterei Siegsdorf an der A8 durch. (Foto: FDL/Lamminger)

Siegsdorf – Mehrere Busfahrer ohne gültige Fahrerlaubnis sowie zahlreiche Mängel an Reisebussen – das ist die Bilanz einer Großkontrolle der Polizei am Donnerstag Nachmittag auf der Autobahn 8 im Bereich von Siegsdorf. Insgesamt wurden 25 Fahrzeuge oder deren Fahrer beanstandet. Zur Sicherstellung der zu erwartenden Straf- und Bußgeldverfahren wurde ein Gesamtbetrag von rund 8000 Euro einbehalten.


Innerhalb der siebenstündigen Kontrolle inspizierten die 65 Einsatzkräfte von 21 verschiedenen Dienststellen insgesamt 42 Fahrzeuge – 38 Reisebusse und vier Kleintransporter – im grenzüberschreitenden Personenverkehr. Da dieser auf der A8 hauptsächlich von ausländischen Linien betrieben wird, wurden auch nur drei Fahrzeuge mit deutscher Zulassung kontrolliert. Am Ende lag die Beanstandungsquote bei über 60 Prozent – dies zeige die Notwendigkeit solcher Kontrollaktionen sehr deutlich, so das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in einer Mitteilung.

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Bei vielen Bussen und Kleintransportern gab es gleich mehrere Verstöße, unter anderem gegen die Lenk- und Ruhezeiten sowie die Genehmigungsverfahren. Aber auch technische Mängel an Lenkung, Bremsen, Bereifung sowie Geschwindigkeitsüberschreitungen oder sogenannte »zollrechtliche Verfehlungen« wurden festgestellt.

Für neun Fahrzeuge war die Reise an der Kontrollstelle auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Siegsdorf beendet. Gutachter monierten bei sechs Reisebussen so gravierende Mängel, dass an eine Weiterfahrt nicht mehr zu denken war. An drei Bussen wurden schadhafte oder unzureichende Reifen oder massiver Ölverlust an der Lenkung sowie defekte Bremsleitungen bemerkt.

Rund 100 Fahrgäste mussten auf Taxis ausweichen

Besonders erschreckend war, dass bei drei Busfahrern die Fahrerlaubnisse abgelaufen waren und sie somit ohne gültigen Führerschein Personen durch Europa fuhren. Bemerkenswert war dabei der Fall eines dänischen Reisebusses: Dessen Firma schickte einen Ersatzfahrer, um die Weiterfahrt der asiatischen Reisegruppe zu ermöglichen. Beim Eintreffen des Fahrers wurde dann aber festgestellt, dass auch er keine gültige Fahrerlaubnis besitzt. Letztlich blieb den Businsassen sowie weiteren rund 100 Personen also nichts anderes übrig, als auf Ersatzfahrzeuge oder Taxis auszuweichen.

Im Einsatz waren Beschäftigte der Regierung von Oberbayern, das Hauptzollamt Rosenheim, Vertreter der Landespolizeidirektionen Salzburg und Kärnten, Polizeikräfte der Bundespolizei sowie Beamte aus den Polizeipräsidien München, Schwaben Nord, Niederbayern, Oberbayern Nord, Oberbayern Süd und der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Betreut und versorgt wurden die Reisenden und die Kontrollkräfte von Einsatzkräften des Malteser Hilfsdienstes e.V. Traunstein.