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Gericht will über ersten NSU-Mord verhandeln

Tatort
Blumen erinnern an den türkischen Blumenhändler Enver Simsek, der am 09.09.2000 vermutlich vom Neonazi-Terrortrio NSU ermordet wurde. Foto: Timm Schamberger/Archiv Foto: dpa

München (dpa) - Im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München soll heute die Beweisaufnahme zum ersten Mord der Terrorserie beginnen: Am 9. September 2000 wurde in Nürnberg der Blumenhändler Enver Simsek erschossen.


Hierzu sollen zwei Polizeibeamte gehört werden, die die Ermittlungen am Tatort führten. Am Mittwoch will das Gericht weitere sieben Zeugen zum Mordfall Simsek hören.

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Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe ist als Mittäterin an allen Attentaten des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) angeklagt.
Insgesamt werden dem NSU-Trio zehn Morde angelastet. Die mutmaßlichen Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten sich vor der Aufdeckung der Mordserie selbst umgebracht. Zschäpe soll für die legale Fassade des Trios gesorgt haben.

Die einzige Tat, die Zschäpe unmittelbar selbst begangen haben soll, ist Brandstiftung im Unterschlupf der Neonazis in Zwickau. Dazu soll heute (Dienstag) die Vernehmung eines Handwerkers beendet werden, der in der Nähe war, als die Wohnung der Gruppe explodierte.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung