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Fünf große Irrtümer bei Erkältungen: Wann uns die Minusgrade nichts anhaben können

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Erkältung
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Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Husten, Schnupfen und Halsschmerzen machen den Winter noch unangenehmer als ihn viele schon allein wegen der kalten Temperaturen empfinden. Ob Vorbeugen oder Behandeln, es gibt zahlreiche Ratschläge und Erkältungstipps, doch welche stimmen wirklich und welche haben nicht den versprochenen Effekt?

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Erkältung durch Kälte?

"Eine Erkältung bekommt man ausschließlich durch Viren, die sich über Tröpfcheninfektion übertragen", erklärt Andreas Heiß vom Serviceteam der Kaufmännischen Krankenkasse in Rosenheim. Also durch Berühren infizierter Türklinken, Rolltreppengeländer oder durch hustende und schniefende Menschen wie beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Fahrstuhl.

Natürlich kann das Immunsystem durch Unterkühlung geschwächt werden, so dass man für Husten, Fieber und Schnupfen anfälliger ist. Eine Übertragung ist jedoch nur direkt über die Verbreitung von Viren möglich.

Nicht küssen, es droht Ansteckungsgefahr

Nein, das stimmt so nicht wirklich. Denn Viren, die von Mund zu Mund übertragen werden, sollen laut wissenschaftlichen Studien kaum eine Überlebenschance besitzen. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass Viren über den Mund direkt in den Magen-Darm-Trakt gelangen und dort vom Körper unschädlich gemacht werden. Außerdem soll das Hormon Dopamin, das beim Küssen ausgeschüttet wird, sogar die Gesundheit fördern.

Viel Vitamin C beugt Erkältungen vor

Dass Vitamin C Krankheiten vorbeugt, ist weit verbreiteter Glaube. Zwar stimmt die Tatsache, dass Vitamin das Immunsystem stärkt, aber andererseits soll die zusätzliche Aufnahme so gut wie nichts bringen. Der menschliche Körper ist durch eine ausgewogene Ernährung und die tägliche Nahrungsaufnahme bereits ausreichend mit Vitamin C versorgt. Zusätzlich eingenommene Vitamine, insbesondere in Tablettenform, werden vom Körper meist nicht aufgenommen und einfach wieder ausgeschieden.

Treibt ein Glühwein „mit Schuss“ die Erkältung aus?

Wer erkältet ist, sollte keinesfalls Alkohol trinken. Auch wenn alkoholversetzte, warme Getränke zunächst gut tun, verschlechtert man damit die Bedingungen für eine rasche Genesung. Grund dafür ist, dass Alkohol die Blutgefäße erweitert und somit den Wärmehaushalt zum Erliegen bringt. Was aber bei Erkältungen sehr wichtig ist: Viel Flüssigkeit. Heißer Tee und normales, stilles Mineralwasser lindern Hustenreize und Halsschmerzen. Trinken ist besonders wichtig, da der Körper für die maximale Leistung seines Immunsystems und den Blut- und Nährstofftransport viel Flüssigkeit benötigt, die durch die Symptome der Erkältung noch mehr als im gesunden Zustand verloren geehen.

Mütze aufsetzen und nasse Haare in der Kälte

Wer keine Mütze trägt, erkältet sich. Und wer mit nassen Haaren in die Kälte geht, "holt sich den Tod". Beide dieser gern verwendeten Floskeln sind  schlichtweg falsch. Auch wenn man die Kälte während des Trocknungsprozesses noch deutlich intensiver spüren wird, geht die meiste Körperwärme nicht am Kopf verloren. Die verlieren wir besonders an den Körperteilen, die weiter vom Körperrumpf entfernt sind, also an den Händen und Füßen. Lediglich ein Zehntel unserer Körperwärme geht über den Kopf verloren.

Da wir unseren Kopf aber meist nur wenig bekleiden und unsere Kopfhaut über besonders viele Nervenenden verfügt, spüren wir dort die Kälte am stärksten. Wer sich im Winter draußen aufhält, egal ob zum Spazierengehen oder zum Sport, sollte sich also wärmende Sport- und Handschuhe anziehen. Und eine Mütze schützt vor weiterer unnötiger Auskühlung – auch wenn das Erkältungsrisiko nicht steigert, sollte man keine aufsetzen.

Lesen Sie dazu:

Was die Anfälligkeit für Erkältungen hingegen drastisch steigert: Schlafmangel.