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Französisches Parlament beschließt Homo-Ehe

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Nationalversammlung
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Blick in eine Sitzung der Nationalversammlung in Paris. Foto: Yoan Valat/Archiv Foto: dpa

Paris (dpa) - Nach monatelangen Auseinandersetzungen im ganzen Land hat die französische Nationalversammlung die Ehe auch für homosexuelle Paare möglich gemacht. Gleichzeitig stimmen die Abgeordneten am Dienstag in Paris für das damit verbundene Adoptionsrecht für Schwule und Lesben.


Vor allem diese Regelung sorgte für Proteste in Frankreich.

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In erster Lesung votierten 329 der 577 Abgeordneten für das Gesetz, 229 sprachen sich dagegen aus. Vor allem in den Reihen der rechten Opposition gab es abweichende Stimmen. Einige Abgeordnete hatten bereits angekündigt, für das Gesetz zu stimmen oder sich zu enthalten.

Im April muss die Regelung noch durch den Senat, die zweite Kammer des Parlaments. Dort haben die Sozialisten von Präsident François Hollande zwar keine eigene Mehrheit, können bei diesem Projekt aber auf Unterstützung anderer Linksparteien zählen.

Homo-Ehe und Adoptionsrecht für Schwule und Lesben waren im gesellschaftlichen Bereich zentrale Themen des erfolgreichen Wahlkampfs von Hollande im Frühjahr 2012. Für den heutigen Staatschef steht die neue Regelung in der republikanischen Tradition des Landes.

Der Abstimmung im Parlament war eine Debatte über zehn Tage und Nächte mit knapp 110 Stunden im Plenarsaal vorausgegangen. Dabei sorgte das Vorhaben immer wieder für hitzige Debatten. Ein Reizthema hatte die Regierung dabei vorsorglich ausgeklammert. Die geplante Kassenfinanzierung für die künstliche Befruchtung auch bei lesbischen Paaren soll im Frühjahr in einem eigenen Gesetz kommen.

Premierminister Jean-Marc Ayrault zeigte sich am Dienstag in der Nationalversammlung «stolz» über Gesetz und Debatte im Parlament. Die Reform sei «Teil einer langen Reihe republikanischer Reformen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung», sagte Ayrault. Das Gesetz werde die Institution Ehe noch stärken.

Wegen Homo-Ehe und Adoptionsrechts waren in der vergangenen Monaten Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen. Neben Protesten gegen die Pläne hatte es auch Demonstrationen von Befürwortern gegeben. Ein vor allem von der konservativen Opposition gefordertes Referendum hatten die Regierung stets abgelehnt.