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Fluten in Asien: Dutzende Tote, Hunderttausende auf der Flucht

Peking/Moskau/Manila (dpa) - In den Hochwassergebieten von Russland, China und den Philippinen wird die Not für Hunderttausende Menschen immer schlimmer. In China stieg die Zahl der Unwetter-Toten am Dienstag auf mindestens 140, weitere 120 Menschen galten als vermisst.

Bis zum Hals ...
Auf einer Straße östlich von Manila steht ein Mann bis zum Hals im Wasser. Foto: Rolex Dela Pena Foto: dpa

Wegen eines Taifuns mussten in drei Provinzen in Südchina etwa 1,2 Millionen raus aus ihren Wohnungen. Im benachbarten Russland wurden bei den heftigsten Überschwemmungen in dieser Region seit über 100 Jahren mehr als 23 000 Menschen in Sicherheit gebracht. In der philippinischen Hauptstadt Manila war nach Monsunregen mehr als die Hälfte der Stadt überschwemmt. In nördlichen Provinzen des Landes gab es mindestens 7 Tote, mindestens 130 000 Menschen mussten fliehen.

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In China suchten schwere Überschwemmungen und Erdrutsche unter anderem den Nordosten und den mittleren Landesteil heim. Im Süden löste Taifun «Utor» heftigen Regen aus. Die Schäden gehen in die Milliarden. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping rief zu besonderen Anstrengungen bei den Rettungsarbeiten auf. Tausende Häuser sind zerstört. Die Wassermassen beschädigten auch Bahnstrecken, Straßen, Brücken, Strom- und Telefonleitungen.

In Russland wurden weitere Soldaten zum Bau von Schutzdämmen in die Region rund 6000 Kilometer östlich von Moskau geschickt. Das Verteidigungsministerium flog 20 Tonnen Medikamente und Impfstoff in die Stadt Chabarowsk. In dem Ort nahe der Grenze zu China stieg der Pegelstand des Flusses Amur immer weiter. Die Behörden in der Krisenregion warnten Händler davor, die Not der Menschen auszunutzen. Wucherern etwa bei Lebensmitteln oder Benzin sowie Plünderer würden hart bestraft, sagte der Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Schport.

Auf den Philippinen blieben in der Millionenmetropole Manila die Behörden, Schulen und die Börse geschlossen. Auch im Finanzviertel Makati waren viele Straßen unpassierbar, ebenso am Flughafen. Wassermassen überschwemmten zudem einen Terminal. Dutzende Flüge von und nach Manila wurden gestrichen. Nach einem Dammbruch bei Manila ordnete die Polizei die Räumung nahe gelegener Wohnviertel an. Der Wetterdienst warnte vor noch mehr Regen.

Das Zentrum von Tropensturm «Trami» zog inzwischen weiter nach Norden Richtung Taiwan. Das Tief mit seinen Ausläufern brachte Regen in einem Gebiet mit rund 500 Kilometern Durchmesser.

Behörde für Katastrophenschutz

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