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Emirat: Brennbare Fassade begünstigte Brand in Wolkenkratzer

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Ein Feuer brennt an der Seite des Hochhauses in Schardscha. Foto: Jon Gambrell/AP/dpa Foto: dpa

In den Emiraten steht ein Hochhaus lichterloh in Flammen. Viele Menschen entgehen nur knapp einer Katastrophe. Das Material der Fassade war schon beim Londoner Grenfell-Hochhaus verbaut worden.


Abu Dhabi (dpa) - Der Großbrand in einem Wolkenkratzer der Stadt Schardscha im gleichnamigen Emirat ist lokalen Behörden zufolge durch eine leicht brennbare Außenverkleidung begünstigt worden.

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Es handele sich um ein Material, mit dem auch die Fassade des 2017 abgebrannten Londoner Grenfell-Hochhauses gebaut worden sei, meldete die in den Emiraten ansässige Zeitung »The National« am Mittwoch. Sie berief sich dabei auf den lokalen Zivilschutz und die Polizei in Schardscha.

Bei dem Feuer waren am Vorabend zwölf Menschen verletzt worden, die meisten leicht, wie das Innenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mitteilte. Viele Bewohner entgingen nur knapp einer Katastrophe. Der Brand brach in dem fast 200 Meter hohen und mehr als 40-stöckigen Abbco Tower aus, der Mitte der 2000er gebaut worden war.

Zeitweise stand das Gebäude lichterloh in Flammen, wie auf Videos in sozialen Medien zu sehen war. Brennende Gebäudeteile fielen zu Boden und zerstörten parkende Autos. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten weiter an, meldete »The National«.

Auf Bildern lokaler Medien war zu erkennen, dass das Hochhaus in der nahe bei Dubai gelegenen Stadt zu großen Teilen ausbrannte. In dem Wolkenkratzer, einem der höchsten Schardschas, gab es zahlreiche Wohnungen. Berichten zufolge wurde das Gebäude evakuiert, nachdem Feueralarm ausgelöst worden war. Die Nachrichtenseite Gulf News meldete, der Feuerwehr sei es nach mehr als zwei Stunden gelungen, die Flammen unter Kontrolle zu bringen.

Das Material, mit dem der Wolkenkratzer verkleidet war, ist in VAE seit 2017 beim Bau derartiger Gebäude verboten, wie »The National« weiter berichtete. Nach Angaben des Zivilschutzes und der Polizei hatte es schon früher Großbrände in Hochhäusern begünstigt.

So war 2015 in einem der höchsten Wolkenkratzer Dubais ein Feuer ausgebrochen und hatte über 30 Stockwerke gewütet. Auch damals entgingen zahlreiche Menschen nur knapp einer Katastrophe. Zwei Jahre später brannte dasselbe Gebäude erneut.

Beim verheerenden Brand des Londoner Grenfell Towers waren vor fast drei Jahren 72 Menschen ums Leben gekommen. Vor allem eine neu angebrachte Fassadenverkleidung aus brennbarem Kunststoff soll das 24-stöckige Hochhaus damals zur Todesfalle gemacht haben.

Bericht Gulf News

Bericht The National

Bericht Khaleej Times

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