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Ehepaar Putin hat sich getrennt

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Putin und seine Frau Ljudmila
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Der russische Präsident Wladimir Putin und seine Frau Ljudmilla: Der Kremlchef und seine Frau haben sich getrennt. Foto: ITAR-TASS/Alexei Nikolsky Foto: dpa

Moskau (dpa) - Getrennt, aber noch verheiratet: Kremlchef Wladimir Putin (60) und seine Frau Ljudmila (55) sind amtlich bislang nicht geschieden. »Ich kann nicht sagen, wann die Papiere eingereicht werden«, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau.


Er dementierte zudem Berichte, nach denen eine andere Frau der Grund für die Trennung der Putins nach fast 30 Jahren Ehe sei.

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»Ich kann voller Überzeugung sagen, dass dies in die Kategorie der Gerüchte und des Klatsches fällt«, sagte Peskow dem Radiosender Echo Moskwy. Der Präsident habe keine Zeit für Familie. Peskow forderte die Medien auf, Ljudmila Putina in Ruhe zu lassen.

Es ist das erste Mal seit mehr als 300 Jahren, dass sich ein Kremlchef trennt. Zuletzt war dies 1698 bei Zar Peter I. der Fall.

Das Standesamt der russischen Hauptstadt bestätigte, dass die Putins ihre Scheidung bis Freitag morgen nicht beantragt hätten. Das Paar könne dies aber auch in St. Petersburg tun, wo es am 28. Juli 1983 geheiratet habe, hieß es.

Völlig überraschend hatten die Putins am Vorabend ihre Trennung verkündet. »Das war unsere gemeinsame Entscheidung, unsere Ehe ist am Ende«, sagte der Präsident dem Staatsfernsehen, als er mit Ljudmila eine Ballettaufführung im Kremlpalast besuchte.

Putin habe allerdings noch seinen Ehering getragen, meldete die Agentur Interfax. Der Kremlchef hatte bisher sein Privatleben strikt abgeschottet. Das Paar hat zwei Töchter, die 1986 in Dresden geborene Jekaterina und die ein Jahr ältere Maria. Ljudmila Putina hatte sich zuletzt nur äußerst selten in der Öffentlichkeit gezeigt.

Der Kirchenfunktionär Kirill Frolow rief alle orthodoxen Gläubigen des Landes auf, nun für »die Rettung der Seelen der Putins« zu beten. »Die Mitteilung der Trennung ist eine traurige Neuigkeit«, sagte der Chef der Orthodoxen Bürgerunion. Mit ihren Gebeten sollten sich die Gläubigen der »Schadenfreude antirussischer Kräfte« entgegenstemmen. Die russisch-orthodoxe Kirche gilt als wichtige Machtstütze Putins.

Der einflussreiche Patriarch Kirill äußerte sich zunächst nicht zu der Trennung. In einem Interview hatte er Anfang 2012 gesagt, Scheidungen brächten kein Glück. Es gebe aber Ausnahmen.

In Russland sind Scheidungen keine Seltenheit: 2008 wurde einer offiziellen Statistik zufolge weit mehr als jede zweite Ehe geschieden. Ein Grund ist nach Ansicht von Experten, dass viele Paare - anders als die Putins - schon sehr früh und recht spontan heiraten. Vor allem junge Frauen stehen in der traditionell-konservativ geprägten Gesellschaft unter Druck, Nachwuchs zur Welt zu bringen.

Clip der Putins im Staatsfernsehen

Frolows Blogeintrag, Russisch

Statistik zu Hochzeiten und Scheidungen in Russland, Russisch