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Deiche weiter in Gefahr - Merkel bekräftigt Hilfspläne

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Hochwasser
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Auf alles vorbereitet: Die Situation, wie hier an der Elbe, ist weiterhin angespannt. Foto: Philipp Schulze Foto: dpa

Berlin (dpa) - Die Flüsse steigen nicht mehr, doch die Gefahr ist noch lange nicht vorbei: Das Risiko von Deichbrüchen bleibt hoch. Dramatisch war die Lage am Mittwoch in Teilen Sachsen-Anhalts. Nach dem Deichbruch bei Fischbeck bedrohten die Wassermassen immer mehr Menschen.


Mehrere Orte wurden zwangsweise evakuiert. In den meisten anderen Hochwasserregionen stagnierten oder sanken die Pegelstände allmählich. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besuchte die von der Elbe überflutete Altstadt Lauenburgs in Schleswig-Holstein und das nahe Hitzacker in Niedersachsen. Dort hielt eine Spundwand die Elbe gerade eben noch ab.

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Unermüdlich kämpfen Tausende Helfer weiter gegen die Fluten. Merkel sprach Einsatzkräften und Freiwilligen ihren Respekt aus und bekräftigte die Hilfszusagen des Bundes: «Wir haben vereinbart, es gibt eine Soforthilfe.» Zugleich begrüßte sie privates Engagement: «Ich freue mich über jede Spendenaktion, das ist ein ganz wichtiges Zeichen.»

Die Deutsche Bischofskonferenz und der Zentralrat der Muslime riefen zu Spenden für die Hochwasser-Opfer auf. Die Regierungschefs von Bund und Ländern wollen sich an diesem Donnerstag in Berlin über einen gemeinsamen Fonds für die Folgen der Hochwasserkatastrophe verständigen.

Der Deichbruch in Fischbeck bei Stendal konnte bisher nicht geschlossen werden. Die Strömung riss die von Bundeswehr- Hubschraubern abgeworfenen Sandsäcke mit, wie die Landesregierung berichtete. Hubschrauber, Boote und Amphibienfahrzeuge standen bereit, um Eingeschlossene zu befreien. Insgesamt waren rund 8000 Menschen im Landkreis aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Im Elbe-Saale-Winkel sind weiterhin große Flächen und mehrere Ortschaften überspült. Indessen hob die Stadt Magdeburg die Räumung ihrer östlichen Stadtteile weitgehend auf.

In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zeichnete sich ein Hauch von Entspannung ab. Entwarnung bedeutete das aber keineswegs. Experten gehen noch von einem tagelangen Kampf gegen die Wassermassen an den durchnässten Deichen aus. So drückte das Wasser in Wittenberge weiter massiv auf die Deiche.

Die Behörden warnten die Menschen davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. «Die Lage hat sich nicht wesentlich verändert, wir haben weiterhin sehr hohe Wasserstände», sagte der Sprecher des norddeutschen Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin. Immer wieder meldeten Deichwachen Sickerstellen. In Bayern ließ heftiger Regen die Donau wieder anschwellen.

Die Zahl der Toten in Folge des etwa zweiwöchigen Hochwassers in Deutschland stieg auf mindestens acht. Ein 61-Jähriger wollte in Aken in Sachsen-Anhalt seinen Keller auspumpen und erlitt in der Nacht zum Mittwoch einen tödlichen Stromschlag, wie die Polizei mitteilte.

Durch den Deichbruch in Fischbeck sind mehrere ICE-Strecken der Bahn lahmgelegt. Die Elbbrücke bei Schönhausen bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt. Es müsse mit Schäden an dem Bauwerk gerechnet werden, sagte eine Bahnsprecherin. Die Brücke gehört zur ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover. Auch im Süden gab es weiterhin Behinderungen, so auf der ICE-Strecke Berlin-Frankfurt am Main. «Es ist noch nicht absehbar, wie lange das noch andauert», sagte ein Bahnsprecher.

Wegen schaulustiger Hobbypiloten über den Hochwassergebieten schränkte das Bundesverkehrsministerium den Flugverkehr vorerst ein. Im Raum Deggendorf in Bayern sowie im Korridor Dresden/Hamburg seien nur noch Flüge der Einsatzkräfte zugelassen oder für Luftaufnahmen zur Auswertung von Experten, sagte eine Sprecherin und bestätigte einen Bericht der «Stuttgarter Zeitung».

In Hochwassersituationen steigt die Infektionsgefahr. Die größten hygienischen Probleme könnten bei Aufräumarbeiten in Häusern, Kellern und Gärten durch intensiven Kontakt mit verschmutztem Wasser auftreten, teilte ein Sprecher des Landkreises in Ludwigslust mit. Das Gesundheitsamt des Kreises impft Einsatzkräfte ohne ausreichenden Schutz gegen gefährliche Infektionskrankheiten.

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