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Bruchpilot landete in San Francisco erstmals mit einer Boeing 777

Flugzeugwrack
Kaum zu glauben, aber die meisten Passagiere haben das Unglück überlebt. Foto: EPA Foto: dpa
Flugzeugwrack
Hier sieht man das Wrack des ausgebrannten Flugzeugs. Foto: National Transportation Safety Board Foto: dpa
Im Flugzeug
Im Inneren des Flugzeugs nach der Bruchlandung. Foto: National Transportation Safety Board Foto: dpa
Ausgebrannt
Die Maschine schlug ohne Vorwarnung auf der Landebahn auf. An Bord waren über 300 Fluggäste. Foto: National Transportation Safety Board Foto: dpa
TV-Bilder
Fernsehbilder vom Flugzeugwrack in Seoul: Die Maschine lag mit aufgerissener und verbrannter Kabinendecke auf dem Rollfeld, das Heck des Flugzeugs war abgebrochen. Foto: Jeon Heon-Kyun Foto: dpa
Ermittlungen
Was genau zum Absturz des Flugzeugs führte, wird nun untersucht. Foto: National Transportation Safety Board Foto: dpa

Seoul/San Francisco (dpa) - Die Ursachen der Bruchlandung einer Boeing 777 in San Francisco werden nur allmählich deutlich. Der Pilot lernte noch auf der Boeing 777. Schon der Anflug auf die Landebahn war misslungen.


Die Unglücksmaschine von San Francisco hat den Airport vor der Bruchlandung zu langsam und zu tief angeflogen. Der Pilot habe die Landung noch abbrechen und wieder durchstarten wollen, dies aber nicht mehr geschafft, sagte die Chefin der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Debbi Hersman.

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Der Pilot der Fluggesellschaft Asiana hatte mit dem Flugzeugtyp erst wenig Erfahrung: «Der Pilot befand sich für Flüge mit einer Boeing 777 noch im Übergangstraining», sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Verkehrsministeriums am Montag in Sejong. Er habe noch nie zuvor eine Maschine des verunglückten Typs auf die Landebahn des Flughafens von San Francisco gesetzt.

Bei der Katastrophe waren zwei junge Chinesinnen ums Leben gekommen, mehr als 300 Menschen überlebten. Unterdessen erschüttert ein weiteres Flugzeugunglück mit zehn Toten im Bundesstaat Alaska die USA.

Der Flug nach San Francisco sei für Piloten im Training nicht ungewöhnlich, sagte die Ministeriumssprecherin in Seoul. Der betroffene Pilot habe zuvor eine solche Maschine neunmal gelandet und 43 Flugstunden mit einer Boeing 777 hinter sich gehabt. Nach Angaben von Asiana hatte der Pilot insgesamt etwa 10 000 Flugstunden absolviert.

Weder die amerikanischen noch südkoreanischen Behörden wollten bisher von einem Pilotenfehler sprechen. Die Chefin der US-Verkehrssicherheitsbehörde Hersman betonte aber, dass die Anfluggeschwindigkeit deutlich unter den notwendigen 253 Kilometern pro Stunde gelegen habe.

Der vorläufigen Auswertung des Flugschreibers zufolge forderte ein Mitglied der Cockpit-Besatzung sieben Sekunden vor der fatalen Bruchlandung, die Fluggeschwindigkeit zu erhöhen. Ein vom Fernsehsender CNN veröffentlichtes Video deutet an, dass die Boeing 777 viel zu tief flog, bevor sie die Landebahn erreichte.

Der Mitschnitt der Funkaufnahmen aus dem Cockpit gebe keinen Anlass zu glauben, dass die Maschine einen technischen Defekt gehabt habe. Auch dass ein wichtiges Navigationssystem am Boden abgeschaltet war, hätte nicht zu dem Absturz führen dürfen, sagte Hersman. Das System sei wegen des guten Wetters nicht notwendig gewesen. Die NTSB wertet seit Sonntag die Flugschreiber der Maschine aus, die seit 2006 für die Fluggesellschaft im Einsatz war.

Bei der Bruchlandung von San Francisco war eine Boeing 777 von Asiana Airlines am Samstag auf der Landebahn in Flammen aufgegangen. Die Maschine war nach einem gut zehnstündigen Flug von Seoul ohne Vorwarnung auf der Landebahn des internationalen Airports der Westküstenmetropole aufgeschlagen. Sie brach auseinander und brannte größtenteils aus.

An Bord waren 307 Menschen, neben dem Flugpersonal 61 US-Bürger, 77 Südkoreaner und 141 Chinesen. Zwei junge Chinesinnen starben, mehr als 180 Menschen wurden verletzt. Mindestens acht von ihnen waren auch am Montag noch mit sehr schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Die Opfer gehörten zu einer Gruppe von 35 Jugendlichen, die drei Wochen an der West Valley Christian School im kalifornischen West Hills verbringen sollten, teilte die Schule auf ihrer Webseite mit, wo sie auch eine Trauerfeier für die beiden Mädchen ankündigte. Die Behörden untersuchen eigenen Angaben zufolge derzeit den Verdacht, nach dem eines der beiden Opfer von einem heraneilenden Rettungswagen überfahren wurde.

Mehr als 300 Menschen konnten sich aus der Unglücksmaschine retten. «Wir haben sehr viel Glück gehabt, dass wir so viele Überlebende haben», sagte der Bürgermeister der Stadt, Ed Lee. «Das hätte viel schlimmer sein können.» Der Flughafen liegt am Ufer der Bucht von San Francisco. Möglicherweise seien die Räder gegen eine Begrenzung geprallt, so dass der Pilot die Kontrolle über den Flieger verloren habe, meinten Beobachter.

Die Ermittlungen könnten sich nach Angaben des südkoreanischen Verkehrsministeriums noch über Monate, vielleicht Jahre hinziehen. Ein gemeinsames Team von Ermittlern des Ministeriums, die in die USA geflogen waren, und Vertretern der US-Behörden befragten die insgesamt vier Piloten im Cockpit der verunglückten Maschine zum Hergang der Unfalls.

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