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Besserer Verbraucherschutz - Mehr Transparenz für Riester-Rente

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Riester-Rente
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Die staatlich geförderte Riester-Rente soll verbraucherfreundlicher werden: Eine Art Beipackzettel soll für mehr Transparenz bei Leistungen und Kosten sorgen. Foto: Jens Büttner/Symbolbild Foto: dpa

Berlin (dpa) - Wer eine Riester-Rente für eine zusätzliche Altersvorsorge abschließt, soll künftig vorher wissen, wie hoch die Kosten sind - und was am Ende garantiert herauskommt. Damit sollen es die Bürger leichter haben, die für sie beste private Altersvorsorge herauszufinden.


Dies ist das Ziel einer Vorlage, die am Mittwoch das Bundeskabinett passierte und nun von den Koalitionsfraktionen als Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht wird. Die Neuregelung soll im nächsten Jahr greifen und grundsätzlich für Neuverträge gelten.

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Vorgesehen ist eine Verpflichtung für die Anbieter, in jedem Vorsorge-Vertrag über die wichtigsten Kennzahlen zu informieren. Kernstück ist dabei ein Produktinformationsblatt, das nach Art eines Beipackzettels die Kosten des Vertrags, die Rendite-Erwartung und das Anlage-Risiko auflistet.

Dieser Riester-Check soll einheitlich gestaltet sein, die Angaben darin von einer unabhängigen Stelle kontrolliert werden. Auf einer Skala von eins (inflationsgeschützt) bis sechs (Spekulation) soll das Risiko vermerkt werden, auf das sich der Sparer einlässt.

Die Riester-Rente steht stark in der Kritik. Verbraucherschützer werfen Anbietern vor, unter dem Deckmantel der staatlichen Förderung mangelhafte Produkte mit zu hohen Kosten und zu geringem Ertrag zu verkaufen. In einer Untersuchung der «Stiftung Warentest» schnitten jüngst nur 5 von 29 untersuchten Produkten mit «gut» ab. Ende Juni gab es rund 15,6 Millionen Riester-Verträge.

Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, lobte den Vorstoß grundsätzlich, hält ihn aber für unzureichend: «Als nächstes sollten Vorschläge folgen, die sich unmittelbar im Portemonnaie des Verbrauchers auswirken.» Die Versicherer sprachen von einem «richtigen Schritt», um die Rahmenbedingungen für die geförderte Altersvorsorge in Deutschland weiter zu verbessern».

Kritisch sieht die Versicherungswirtschaft die Pläne zur Förderung von Wohn-Riester-Verträgen. Diese Verbesserungen bevorzugten aus Sicht des Assekuranz-Verbandes die Finanzierung selbstgenutzter Immobilien einseitig gegenüber Altersvorsorge auf Rentenbasis.