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Abbas fordert Freilassung entführter israelischer Jugendlicher

Dschidda/Ramallah (dpa) - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die Entführung dreier israelischer Jugendlicher im Westjordanland verurteilt und deren Freilassung gefordert.

Israelis durchkämmen Hebron
Nach der Entführung von drei jüdischen Jugendlichen geht die israelische Armee weiter hart gegen die Hamas im Westjordanland vor. Bei den Razzien gehen den Truppen auch viele «alte Bekannte» ins Netz. Foto: Abir Sultan Foto: dpa

Die palästinensische Polizei arbeite in dem Fall mit Israel zusammen, «weil sie (die Entführten) menschliche Wesen sind und wir menschliches Leben schützen wollen», sagte Abbas am Mittwoch bei einer Versammlung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit in der saudischen Stadt Dschidda.

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Die israelische Nachrichtenseite «Walla» berichtete unterdessen, die Jerusalemer Stadtverwaltung habe den Bau von 172 weiteren Wohnungen in der Siedlung Har Homa am Rande Jerusalems gebilligt.

Israel nahm in der Nacht zum Mittwoch mehr als 50 Palästinenser wieder fest, die vor knapp drei Jahren im Austausch für den israelischen Soldaten Gilad Schalit freigekommen waren. Israel hatte damals mehr als tausend Palästinenser freigelassen.

Insgesamt wurden in der Nacht weitere 65 Palästinenser festgenommen, wie die Armee mitteilte. Seit der Entführung der Religionsschüler vor knapp einer Woche seien 240 Palästinenser inhaftiert worden. Rund 800 Häuser wurden bei Razzien durchsucht. Die Armee geht im Rahmen des Einsatzes «Bruders Hüter» auch gegen die Infrastruktur der Hamas im Westjordanland vor.

«Wir befinden uns mitten in einer breiten Militäroperation», sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. «Wir kämpfen mit aller Macht gegen den Terror, und (die radikalislamische) Hamas wird weiter einen hohen Preis für die Entführung von Ejal, Gilad und Naftali zahlen.» Die Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren, die eine jüdische Religionsschule in einer Siedlung besuchten, werden seit Donnerstagabend vermisst.

Israel wirft der Hamas vor, hinter der Entführung zu stehen, obwohl sich bislang keine Palästinenserorganisation zu der Tat bekannt hat. Diese hatte zu Monatsbeginn eine Einheitsregierung mit der gemäßigteren Fatah von Abbas gebildet.

Abbas sagte am Mittwoch: «Es ist in unserem Interesse, eine Sicherheitszusammenarbeit mit den Israelis aufrechtzuerhalten, um uns selbst und unser Volk zu beschützen und einen Zustand der Gesetzlosigkeit und der Zerstörung wie bei der zweiten Intifada (Palästinenseraufstand) zu verhindern.» Er warf Israel vor, es heize nach der Entführung die Stimmung vor Ort an. Dennoch bemühe man sich darum, Entführte und Entführer zu finden. «Wir wollen die finden, die dies getan haben, weil sie uns zerstören wollen», sagte Abbas.