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Ägyptens Armee will entführte Soldaten auf dem Sinai befreien

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Truppenverlegung
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Die ägyptische Armee verlegt Einheiten auf die Sinai-Halbinsel. Foto: epa/str Foto: dpa

Al-Arisch (dpa) - Die ägyptische Armee macht ernst. Mit einem Großeinsatz von Soldaten, Panzern und Kampfflugzeugen auf dem Sinai sollen sieben Geiseln befreit werden, die in der Vorwoche von militanten Islamisten verschleppt worden waren.


Über das Schicksal der vier Soldaten und drei Polizisten wurde in den ersten Stunden nach Beginn der Operation im Norden der Sinai-Halbinsel noch nichts bekannt. Ein Sicherheitsbeamter sagte am Dienstag, die Armee habe das Dorf Salaheddin im Bezirk Scheich Suwaid mit Panzern umstellt. Zuvor hatten Angehörige des Einsatzkommandos mehrere Häuser in einem anderen Dorf im gleichen Bezirk gestürmt. Augenzeugen sagten, die Armee sei dabei, alle Dörfer an der Grenze zu durchkämmen. Über dem Gebiet kreisten drei Kampfflugzeuge und mehrere Hubschrauber. Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete, bei einem Luftangriff in einem der Dörfer sei ein Bewaffneter getötet worden.

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Augenzeugen hatten zuvor beobachtet, wie 60 zusätzliche Krankenwagen herbeigeschafft wurden. Eine größere Anzahl Truppen und Militärfahrzeuge war in die Region an der Grenze zu Israel und dem palästinensischen Gazastreifen verlegt worden. Dies sei in Abstimmung mit Israel geschehen, sagte ein Militärsprecher. Denn gemäß dem Friedensabkommen von Camp David ist das Gebiet eine entmilitarisierte Zone. Ein Militärsprecher sagte auf Anfrage: »Mit Rücksicht auf die Sicherheit der Streitkräfte und der Geiseln machen wir keine Angaben zu der laufenden Operation.«

In der Nacht war ein letzter Versuch gescheitert, die Entführer zur Freilassung der am vergangenen Donnerstag verschleppten drei Polizisten und vier Soldaten zu bewegen. Ein Treffen von Stammesscheichs, Militärs und Behördenvertretern in der Stadt Al-Arisch endete im Morgengrauen ohne Ergebnis.

Die Entführer werden dem radikal-islamistischen Milieu zugerechnet. Sie hatten die Freilassung von Gesinnungsgenossen aus ägyptischen Gefängnissen gefordert.

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte in den vergangenen Tagen mehrfach mit den Ministern für Verteidigung und Inneres über die Lage auf dem Sinai beraten. Er hat sich seit Beginn der Geiselkrise jedoch selbst nicht öffentlich dazu geäußert. Mursi gehörte bis zu seinem Amtsantritt 2012 der Muslimbruderschaft an. Koalitionspartner der Muslimbrüder, die sich selbst als gemäßigt- islamisch bezeichnen, sind mehrere Parteien aus dem radikal- islamistischen Spektrum.