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80-jährige zieht vor BGH - Sparkassen-Kundin kämpft um Ansprache als Frau

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Rentnerin klagt gegen Sparkasse
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80-jährige zieht vor BGH 19.02.2018, Saarland, Sulzbach: Marlies Krämer sitzt in ihrem Wohnzimmer vor aufgeschlagenen Aktenordnern. Die Rentnerin klagt vor dem BGH, dass Sparkassen auf ihren Formularen auch die weibliche Form von Konotoinhaber, also Kontoinhaberin, nennen müssen. Foto: Oliver Dietze/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Oliver Dietze/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Bundesgerichtshof (BGH) prüft heute die Klage einer Frau, die in den Formularen ihrer Sparkasse nicht als «Kunde», sondern als «Kundin» angesprochen werden will. Die Sparkasse wehrt sich - schwierige Texte würden durch die Verwendung beider Geschlechter nur noch komplizierter.


Karlsruhe (dpa) - Der Bundesgerichtshof (BGH) prüft an diesem Dienstag (ab 10.00 Uhr) die Klage einer Frau, die in den Formularen ihrer Sparkasse nicht als «Kunde», sondern als «Kundin» angesprochen werden will. In den Vorinstanzen war die 80-Jährige aus dem Saarland erfolglos.

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Das Landgericht Saarbrücken sah es wie die beklagte Sparkasse: Danach würden schwierige Texte durch die Verwendung beider Geschlechter nur noch komplizierter. Zugleich verwies das Gericht darauf, dass die männliche Form schon «seit 2000 Jahren» im allgemeinen Sprachgebrauch bei Personen beiderlei Geschlechts als Kollektivform verwendet werde.

Klägerin Marlies Krämer sieht den Gleichheitsgrundsatz verletzt. «Es ist mein verfassungsmäßig legitimes Recht, dass ich als Frau in Sprache und Schrift erkennbar bin», sagt sie. Die Seniorin hat in der Vergangenheit schon wiederholt als engagierte Vorkämpferin für Frauenrechte von sich reden gemacht: So verzichtete sie in den 90er Jahren so lange auf einen Pass, bis sie als Frau unterschreiben konnte. Später sammelte sie erfolgreich Unterschriften für weibliche Wetter-Hochs - davor wurden Frauennamen nur für Tiefs verwendet.

Wann der BGH sein mit Spannung erwartetes Urteil spricht, ist noch nicht bekannt (VI ZR 143/17).