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140.000 Bienen am Niederrhein mit Lack und Chlor vergiftet

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Bienenvölker in Schrebergarten verendet
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Die Hobby-Imker Frieda (r) und Jakob Janz schauen sich die langsam sterbenden Bienen eines ihrer beiden Bienenstöcke an, vorne rechts im Bild Farbspuren. Foto: Roland Weihrauch Foto: dpa

Die Bienen hatten keine Chance. Mit verschiedenen chemischen Stoffen haben Unbekannte am Niederrhein zwei Bienenvölker vergiftet. Die Imkerfamilie ist geschockt. Wer macht so etwas?


Geldern (dpa) - Lackfarbe, Duschgel und Chlorgranulat: Mit diesen chemischen Stoffen haben Unbekannte zwei Bienenvölker am Niederrhein grausam getötet.

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Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kippten die Täter in Geldern die beiden in einer Schrebergartenanlage stehenden Bienenkästen um, schütteten Lack und Flüssigseife hinein und verstreuten außerdem noch Chlorgranulat. »Das ist nicht aus Versehen passiert», sagte ein Polizeisprecher. Die Kriminalpolizei, die wegen Sachbeschädigung ermittelt, bittet um Hinweise. Die Tat habe sich zwischen Sonntagnachmittag und Donnerstagabend ereignet.

Die Imkerfamilie ist entsetzt. »Wir waren sehr schockiert, als wir das gesehen haben«, sagte Thomas Janz, der Sohn der 60-jährigen Imkerin. Ein Schrebergartennachbar habe zunächst darauf aufmerksam gemacht, dass die Bienenstöcke umgekippt seien. »Erst später haben wir dann gemerkt, dass durch die schockierende Tat zwei Bienenvölker gestorben sind. Das sind rund 140.000 Bienen«, sagte der Imkersohn.

Das vor einem der beiden Bienenkästen verteilte Chlorgranulat habe die Flugbahn der Bienen vergiftet, schilderte Thomas Janz. »Es könnte gut sein, dass sich die Täter auskannten. Die Bienen, die die Attacke überlebt haben, infizierten bei ihrer Rückkehr in den Bienenstock durch das Chlorgranulat auf ihrer Flugbahn auch die restlichen Bienen«, verdeutlichte er die verheerende Wirkung auf die Insekten.

Mit dem Anschaffen von Bienenstöcken will die Familie nach eigenen Angaben etwas gegen das Bienensterben in Deutschland tun. Auf die vier verbliebenen Bienenvölker werde man nun besonders aufpassen, hieß es. Die Masse aller Fluginsekten ist in den vergangenen 27 Jahren um 76 Prozent zurückgegangen. Das ist das Ergebnis einer viel beachteten Studie des Entomologischen Vereins Krefeld von 2017.

»Zu den Fluginsekten gehören natürlich auch die Wildbienen und die Honigbiene«, sagt Michael Schoch, Ansprechpartner für Bienen und Wildbienen beim Naturschutzbund (Nabu) NRW. »In Deutschland gibt es die Honigbiene und 560 Wildbienen-Arten. Die Hälfte davon steht auf der Roten Liste, ist also gefährdet«, sagt der Diplom-Biologe.

Bienen spielten im Ökosystem eine wichtige Rolle. »Sie bestäuben die vielen Blütenpflanzen. Dank ihnen gibt es im Sommer die große Fülle an Obst im Supermarktregal«, verdeutlichte der Biologe des Nabu.