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Wüstenameisen merken sich gute Futterstellen

Ulm (dpa) - Wüstenameisen merken sich besonders ertragreiche Futterstellen und suchen sie immer wieder zielgerichtet auf. Das berichten Forscher um Professor Harald Wolf von der Universität in Ulm im britischen «Journal of Experimental Biology».

Ameisenforscher Harald Wolf
Neurobiologe Harald Wolf erforscht Wüstenameisen. Foto: Stefan Puchner Foto: dpa

Bei der Nahrungssuche dürfen die Ameisen keine Zeit verlieren. «Je kürzer man draußen ist, desto besser», sagt Wolf. Außerhalb des Nestes lauerten Feinde, und es sei gefährlich heiß. Um möglichst effektiv zu suchen, konzentrieren sich die Insekten auf Orte, die sich schon einmal als lukrativ erwiesen haben, anstatt auf einer großen Fläche herumzuwandern.

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Zwei Fragen seien für die Wüstenameisen bei der Nahrungssuche entscheidend: Ist heute immer noch Futter an der Stelle, an der ich gestern erfolgreich war? Und wenn nicht, wie wahrscheinlich ist es, dass in der Nähe Futter liegt? Für ihren Versuch lenkten die Forscher Wüstenameisen der Art Cataglyphis fortis aus ihrem Bau heraus an eine Stelle, an der manchmal viele, manchmal wenige und manchmal gar keine Kuchenkrümel lagen. Den Versuchsaufbau mit vielen Krümeln gab es in zwei Versionen: aufgehäuft oder breitgestreut.

Je mehr Krümel die Ameisen fanden, umso stärker konzentrierten sie sich bei ihrem nächsten Besuch auf genau dieselbe Stelle. Je weniger sie fanden, umso größer war die Fläche, die sie beim nächsten Mal absuchten. «Aber zählen können sie nicht», sagt Wolf. Lagen 25 Krümel dichtgepackt aufeinander, schätzten sie die Menge größer ein - und damit den Fundort zuverlässiger - als bei 25 lose gestreuten Krümeln.

Forschungsgebiete von Professor Wolf