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Wisent-Herde im Rothaargebirge freigelassen

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Wisente
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Der europäische Wisent ist das letzte, noch nicht ausgerottete europäische Wildrind. Foto: Patrick Pleul Foto: dpa

Bad Berleburg (dpa) - Erstmals seit Jahrhunderten leben Wisente wieder frei in einem deutschen Wald. Die mächtigen Wildrinder wurden im Rothaargebirge in die Freiheit entlassen.


Die acht Tiere waren drei Jahre lang in einem umzäunten Gehege nahe Bad Berleburg auf ihre Auswilderung vorbereitet worden. Nun wurde ein erstes Stück des vier Kilometer langen Zauns um das Gehege geöffnet.

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«Das ist ein großer Augenblick für den Artenschutz», sagte Bad Berleburgs Bürgermeister Bernd Fuhrmann (parteilos). Es habe sich während der Vorbereitung gezeigt, dass von den größten Landsäugetieren keine Gefahr für den Menschen ausgehe. «Wisente sind zwar groß und mächtig, aber auch friedliebend und scheu.»

 Dass Wanderer den mächtigen Tieren begegnen könnten, halten die Experten angesichts des mehr als 3000 Hektar großen Waldgebietes für gering. «Wir haben sie darauf trainiert, dass sie sich zurückziehen, wenn etwas Fremdes auftaucht», sagte Wisent-Ranger Jochen Born.

Der Umweltschutzverband WWF begrüßte das Auswilderungsprojekt: Damit erhalte Deutschland ein Stück biologische Vielfalt zurück. Bis zum Herbst will der Verband prüfen, in welchen deutschen Wäldern Wisente noch langfristig wieder angesiedelt werden könnten. Auch die großflächige Rückkehr von Elch, Wolf und Luchs sei wünschenswert - und eine der größten Herausforderungen für den Naturschutz in Deutschland, teilte der Verband am Donnerstag mit.

Künftig soll der Wisent als «König der Wälder» aber erst einmal im Wald von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg leben. Er hatte vor zehn Jahren auch das Artenschutz-Projekt angestoßen, das für Westeuropa bisher einmalig ist. «Ich habe mich darüber geärgert, dass Wolf und Luchs hier wieder heimisch werden sollen», erklärte er. Weil diese Wildtiere gefährlich seien, habe er lieber die großen Pflanzenfresser zurück in ihre angestammte Heimat holen wollen.

Drei Jahre lang hatten Ranger das Verhalten der Wisente beobachtet, die aus verschiedenen Teilen Europas ins Siegerland geholt worden waren. Nun stimmten auch die Behörden einer Freisetzung zu. Auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands sei der Wisent seit dem 16. Jahrhundert ausgerottet, sagte Uwe Riecken vom Bundesamt für Naturschutz. Im früheren Ostpreußen habe es die Tiere aber noch bis ins 18. Jahrhundert gegeben.

Nun leben die Ur-Rinder erstmals westlich der Oder wieder ohne Zaun. Das Projekt sei nicht nur für die Region wichtig. «Es gibt eine hohe internationale Aufmerksamkeit. Andere Projekte in den Niederlanden, Frankreich und in Dänemark stehen in den Startlöchern», sagte Riecken.

Deutschland könne sich durch das Wisent-Projekt auch international glaubwürdiger für den Artenschutz einsetzen, sagte Riecken. «Wenn wir den Schutz von Nashörnern in Ostafrika einfordern, dann müssen wir uns auch fragen, wie wir hier mit dem Artenschutz umgehen.»

Wisent-Welt