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Wäschetrockner setzen große Mengen an Mikrofasern frei

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Mikrofasern
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Das undatierte Bild zeigt einen Entlüftungsbeutel (l) und Fasern. Elektrische Wäschetrockner geben mehrere Tausend Mikrofasern in die Umgebung ab. Foto: Rachael Z. Miller/Plos One/dpa Foto: dpa

Von Waschmaschinen ist lange bekannt, dass sie Mikrofasern mit dem Wasser in die Umwelt spülen. Nach dem Waschen ist die Wäsche sauber, aber die Verschmutzung der Umwelt geht in vielen Haushalten weiter.


Jackson/Burlington (dpa) - Elektrische Wäschetrockner geben mehrere Tausend Mikrofasern in die Umgebung ab - bei einem einzigen Durchlauf.

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Trotz Filter gelangen die aus der Wäsche stammenden Fasern über die Entlüftungseinrichtung der Trockner direkt in die Natur, berichten zwei US-Forscherinnen in der Fachzeitschrift »Plos One«. Wäschetrockner müssten künftig mitberücksichtigt werden, wenn es darum gehe, wie man die Mikrofaser-Belastung der Umwelt reduzieren könne.

Es sei bekannt, dass Mikroplastik in Form von Textilfasern über Waschmaschinen und Abwasser aus Kläranlagen in die Umwelt gelange, schreiben Kirsten Kapp vom Central Wyoming College in Jackson (Wyoming, USA) und Rachael Miller vom Rozalia Project for a Clean Ocean in Burlington (Vermont, USA). »Über die Freisetzung von Mikrofasern aus elektrischen Wäschetrocknern ist weniger bekannt.«

Kunststoff-Mikrofasern wurden kürzlich selbst im Schnee der Arktis nachgewiesen. Sie gelangten sehr wahrscheinlich durch die Luft dorthin. Wie die Mikrofasern aber überhaupt in die Luft gelangten, wie sie transportiert und abgelagert würden, sei nicht ganz verstanden, erläutern die Wissenschaftlerinnen. Sie untersuchten nun Wäschetrockner als eine mögliche Quelle. Sie bestimmten die Menge an freigesetzten Mikrofasern an zwei unterschiedlichen Orten (in Idaho und Vermont) und mit unterschiedlichen Trocknern: Derjenige in Idaho war mehr als zehn Jahre alt, der andere zwei Jahre.

Für ihre Untersuchung setzten die Wissenschaftlerinnen zwölf neue rosafarbene Fleece-Decken ein. Da diese Farbe in der Wäsche der beiden Haushalte sonst nicht vorhanden war, konnten sie die Fasern der Fleece-Decken gut von anderen Fasern unterscheiden. Ihre Versuche führten Kapp und Miller durch, wenn wenigstens sieben Zentimeter Schnee gefallen waren. Dann nahmen sie Schneeproben aus abgegrenzten Bereichen, um die Verteilung der Mikrofasern zu erfassen. Die meisten Fasern fanden sie bei allen Versuchen im Umkreis von drei Metern um die Entlüftungsöffnung. Aber selbst in neun Metern Entfernung entdeckten sie noch einige rosafarbene Mikrofasern.

In Vermont erfassten die Forscherinnen im Durchschnitt 12.570 Mikrofasern der Fleece-Decke pro Quadratmeter bei jedem Trocknerdurchlauf. Das war fast dreimal so viel wie beim Trockner in Idaho (4344), obwohl dieser wesentlich älter war. Dafür war die Oberfläche von dessen Flusensieb mit 851 Quadratzentimetern etwa dreimal so groß wie die Fläche des Flusensiebs in Vermont mit 282 Quadratzentimetern. Während das Flusensieb in Idaho durchschnittlich 68 Milligramm Fasern pro Durchgang sammelte, waren es in Vermont nur 27 Milligramm.

Außer den rosafarbenen fanden Kapp und Miller auch jede Menge Mikrofasern anderer Herkunft. »Unsere Ergebnisse zeigen, dass elektrische Wäschetrockner ein potenziell großes Volumen an synthetischen und nicht synthetischen Mikrofasern aus Kleidung und Heimtextilien in unsere Umwelt einbringen«, schreiben die Forscherinnen. Sie verweisen darauf, dass in 80 Prozent der amerikanischen Haushalte ein Wäschetrockner steht (Stand 2015). In Deutschland sind es 42 Prozent (Stand 2017). Es müsse dringend nach Möglichkeiten geforscht werden, wie sich der Mikrofaser-Eintrag in die Umwelt verringern lasse.

Im Januar berichteten Forscher der Universität Leeds, dass beim Waschen umso weniger Mikrofasern freigesetzt werden, je kürzer das Waschprogramm und je niedriger die Temperatur ist. Zudem sparen kühle Kurzprogramme Energie und lassen die Farben von Kleidungsstücken weniger schnell verblassen, ermittelten die Forscher um Richard Blackburn. Synthetische Mikrofasern machten mehr als ein Drittel aller Kunststoffe aus, die das Meer erreichen, betonte Blackburn in diesem Zusammenhang.

© dpa-infocom, dpa:201009-99-880392/3