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US-Forscher: Hitzewellen sind Folge des Klimawandels

Washington (dpa) - Extrem heiße Sommer in den vergangenen Jahren sind höchstwahrscheinlich eine Folge des Klimawandels. Das berichten Forscher in den aktuellen «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften («Pnas»).

Hitzewellen
Verdörrte Trauben: Extrem heiße Sommer sind höchstwahrscheinlich eine Folge des Klimawandels. Foto: Miguel Villagran Foto: dpa

In den vergangenen drei Jahrzehnten habe es mehr und mehr Anomalien bei den saisonalen Durchschnittstemperaturen gegeben. Das Team um James Hansen von der Universität Columbia (US-Staat New York) spricht von «dramatischen» Änderungen.

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Die Wissenschaftler untersuchten, welche Schwankungen es bei den saisonalen Durchschnittstemperaturen in den vergangenen 30 Jahren gab - also dem Zeitraum, in dem sich die globale Erderwärmung besonders stark bemerkbar gemacht habe. Zum Vergleich zogen sie Daten aus der Zeit von 1951 bis 1980 heran - einer Periode mit «relativ stabilen globalen Temperaturen», so die Forscher.

Neben dem generellen Trend der Erderwärmung sei vor allem ein neues Phänomen beobachtbar: extrem heiße Sommer. Dazu zählten etwa die Hitzewellen in Frankreich 2003, in Moskau 2010 oder im vergangenen Jahr in Texas. «Wir können mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass solche extremen Anomalien ohne die globale Erwärmung nicht vorgekommen wären», schreiben die Forscher.

Mit dieser Einschätzung stehen die US-Amerikaner nicht alleine da. «Wenn die globale Erderwärmung weiter so zunimmt wie in den vergangenen drei, vier Jahrzehnten, dann können wir noch mehr dieser extrem heißen Sommer erwarten», sagt Dim Coumou vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (Pik). «Auch für Deutschland wird erwartet, dass es in Zukunft im Sommer mehr Temperatur-Ausreißer geben wird.»

Coumou hat selbst eine Studie zum Thema veröffentlicht. In dieser beschränkten sich die Pik-Forscher allerdings auf ein konkretes Ereignis, die Hitzewelle in Moskau. «Hansen hat eine globale Herangehensweise», so Coumou.

Ob eine Temperaturabweichung normal oder außergewöhnlich ist, erklärt das Team um Hansen mit der sogenannten Standardabweichung. Als extrem gelten Sommer, die mehr als drei Standardabweichungen wärmer sind als das Klima im Vergleichszeitraum. In den vergangenen Jahren habe es auf rund zehn Prozent der Landflächen solche extremen Sommer gegeben, heißt es in der Studie. Von 1951 bis 1980 sei dies lediglich bei unter ein Prozent der Fläche der Fall gewesen.

Die Zunahme der Temperaturanomalien erklären die Forscher mit dem Bild eines «Klimawürfels». Zwei rote Seiten des Würfels stehen hierbei für «heiß», zwei blaue für «kalt». Zwei weitere Seiten symbolisieren Durchschnittstemperaturen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine der drei Kategorien «gewürfelt» wird, betrage normalerweise ein Drittel. Der Klimawandel führe dazu, dass der Würfel sich verändere und mehr Seiten rot werden, schreiben die Forscher.

Studie Pik