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Seehunde und Kegelrobben sind im Watt so zahlreich wie nie

Wilhelmshaven (dpa) - Eine Rekordzahl an Seehunden und Kegelrobben haben Fachleute im Wattenmeer der Nordsee ermittelt. Mit 26 220 Seehunden gab es einen neuen Spitzenwert seit Beginn der Zählungen 1975, teilte das Trilaterale Wattenmeersekretariat am Mittwoch in Wilhelmshaven mit.

Seehunde
Seehunde bei der Auswilderung in die Nordsee: Die Bestände sollen neue Rekordwerte erreicht haben. Foto: Ingo Wagner Foto: dpa

Der Bestand stieg damit um fast elf Prozent verglichen mit 2011. Da viele Tiere im Wasser nicht erfasst wurden, wird ihre Zahl sogar auf 38 500 geschätzt. Auch die früher fast ausgerotteten Kegelrobben erreichten mit 4039 Exemplaren vor den deutschen, dänischen und niederländischen Küsten einen Höchstwert.

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In Deutschland trieben sich die meisten Seehunde vor der Küste von Schleswig-Holstein (9268) herum, gefolgt von Niedersachsen und Hamburg (6457). In den Niederlanden wurden 6529 Tiere registriert, in Dänemark 3966. Mit 7267 Jungtieren setzte sich der leichte Babyboom fort. Zehn Prozent mehr junge Robben gab es in Schleswig-Holstein, bis zu 37 Prozent in Niedersachsen und Hamburg. In den Niederlanden gingen die Bestände dagegen um zwölf Prozent zurück. Ursache dafür könnte die Mobilität der Seehunde sein: Wenn sie während der Zählflüge nicht auf Sandbänken liegen, bleiben sie unentdeckt.

Die länderübergreifenden Zusammenarbeit beim Schutz der Seehunde wirke sich aus, sagte Jens Enemark aus Wilhelmshaven, der für die internationalen Zählungen verantwortlich ist. «Seit der Aufnahme des niederländisch-deutschen Wattenmeeres in die Unesco-Weltnaturerbeliste im Jahr 2009, haben wir die Verpflichtung, dieses einzigartige Stück Natur besonders zu schützen.»

Auffällig ist auch der Zuwachs bei den Kegelrobben um 22 Prozent. Experten führen dies neben einer höheren Geburtenrate auf zugewanderte Tiere aus britischen Gewässern zurück. Ob sich der Bau von Offshore-Anlagen auf die Bestände ausgewirkt hat, ist bisher nicht klar. Ruhezonen und Kinderstuben für Seehunde und Kegelrobben liegen fern der Baustellen. Umweltschützer befürchten jedoch große Gefahren für Schweinswale durch den Unterwasserlärm.

Trilaterales Wattenmeersekretariat