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Satellit verbessert Wetterprognose und Klima-Überwachung

Moskau/Darmstadt (dpa) - Start geglückt: Europa hat wieder einen Wettersatelliten ins All geschossen. Dadurch soll auch die Vorhersage von Tornados und die Überwachung des Klimas verbessert werden.

Weltraumagentur Esa
Mitarbeiter der europäischen Weltraumagentur Esa im Kontrollzentrum. Foto: Frank Rumpenhorst Foto: dpa

Vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan hob am Montagabend pünktlich um 18.28 MESZ eine russische Sojus-Rakete mit Metop-B ab. Bei der europäischen Wettersatelliten-Organisation Eumetsat in Darmstadt war der Start zusammen mit Kollegen der europäischen Weltraumagentur Esa gespannt auf Leinwänden verfolgt worden. «Mit Metop-B wird die Kontinuität der Wetterbeobachtung sichergestellt», sagte Esa-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain.

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Der über vier Tonnen schwere Messapparat soll in einer Umlaufbahn in 817 Kilometern Höhe mindestens fünf Jahre lang die Pole überfliegen und präzisere und schnellere Wettervorhersagen liefern - ein wichtiger Späher, wenn für wetterempfindliche Bereiche wie Luftverkehr, Energie- und Landwirtschaft Gefahr droht. Die Höhe gilt als ideal, um hochauflösende globale Daten zu erhalten. Pro Tag soll er 14 Mal von Pol zu Pol unterwegs sein. Metop-B hatte am Dienstagmittag schon 790 Kilometer erreicht.

Erst vor zwei Monaten war ein Meteosat Second Generation (MSG) in Kourou in Französisch-Guayana als Ergänzung zu einer Satelliten-Gruppe gestartet. «Meteosat und Metop sind die beiden Säulen des europäischen Beitrags zur globalen Wetter- und Klimabeobachtung», sagte Claudia Ritsert-Clark von Eumetsat.

Metop umkreist die gesamte Erde, MSG dreht sich stationär und beobachtet aus der deutlich größeren Höhe von 36 000 Kilometern ungefähr die Hälfte unseres Planeten.

Metop-B wird in der Anfangsphase wie auch schon MSG vom Esa-Kontrollzentrum Esoc gesteuert. Esoc befindet sich ebenfalls in Darmstadt, nicht weit von Eumetsat entfernt.

«Metop-B überfliegt in 100 Minuten einmal die Erde und liefert globale Daten für eine Vorhersage von bis zu zehn Tagen», sagte der frühere Astronaut Thomas Reiter, der heute den Esa-Bereich bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb leitet. Eumetsat soll an diesem Donnerstag Metop-B übernehmen.

Das Gesamtprogramm der drei Metop-Satelliten ist laut Eumetsat auf 3,2 Milliarden Euro veranschlagt. Metop-B ist die Nummer 2 nach Metop-A (Start 2006). Metop-C soll Ende 2017 folgen. «Metop-A bleibt so lange oben, wie er noch Treibstoff hat», sagte Eumetsat-Sprecherin Valerie Barthmann.

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