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Natur und Zucht: Karpfenrassen sind unterschiedlich risikobereit

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Platz da ! Ein Karpfen und eine Ente scheinen sich auf dem Maschsee in Hannover über die Vorfahrtsregeln zu streiten. Foto: Heiko Lossie Foto: dpa

Hannover (dpa) - Auch bei Karpfen steckt nach einer Studie die Persönlichkeit in den Genen. Denn unterschiedliche Karpfenrassen sind nach einem wissenschaftlichem Experiment auch unterschiedlich risikobereit.


Demnach neigen gezüchtete Spiegelkarpfen zu Dreistigkeit und Draufgängertum, während die ursprüngliche Rasse der Schuppenkarpfen geradezu scheu und schüchtern ist. Das wies ein Forscherteam vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der Berliner Humboldt-Universität mit Futtertests nach. Ihre Studienergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift »Fischereimanagement und Ökologie«.

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Die Verhaltensforscher beobachteten diese Karpfenrassen bei identischen Versuchsreihen sowohl in Teichen als auch in großen Labortanks. Ergebnis: Im Teich nahmen die tollkühnen Spiegelkarpfen stets hohe Risiken beim Futtersuchen in Kauf, während die Schuppenkarpfen so lange wie möglich im Versteck blieben. Im Labor mit den Wasserbecken allerdings gingen die Verhaltensmuster zunächst munter durcheinander. Erst als die Forscher für eine Gefahr sorgten und an den Futterstellen angelten, war wieder alles wie im naturnahen Teich - Spiegelkarpfen mutig, Schuppenkarpfen scheu.

Die Forscher wiesen auch darauf hin, wie wichtig das Beobachten von Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum sei. Reine Laborexperimente könnten Ergebnisse verzerren können. Denn erst mit einer simulierten Gefahr im Labortank hätten die Tiere ihr wahres Verhalten gezeigt.

Artikel online, englischsprachig