Mars-Hubschrauber zum zweiten Mal abgehoben

Mars-Rover macht Selfie mit Hubschrauber «Ingenuity»
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Diese von der NASA zur Verfügung gestellte Illustration zeigt den Mini-Hubschrauber «Ingenuity» auf der Marsoberfläche. Foto: Jpl-Caltech/NASA/ZUMA Wire/dpa Foto: dpa

Erst vor wenigen Tagen hatte »Ingenuity« seinen Jungfernflug auf dem Mars unter extremen Bedingungen erfolgreich absolviert. Nun gleitet der Mini-Helikopter sogar seitwärts.


Washington (dpa) - Wenige Tage nach seinem historischen Erstflug hat der Mini-Hubschrauber »Ingenuity« einen zweiten Flug auf dem Mars absolviert.

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Der Flug am Donnerstag sei höher und länger ausgefallen, zudem habe sich der Helikopter auch seitwärts bewegt, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. »Die Messwerte, die wir bislang bekommen und analysiert haben, sagen uns, dass der Flug unsere Erwartungen erfüllt hat und unsere vorherigen Computermodelle korrekt waren«, sagte Nasa-Ingenieur Bob Balaram. Es bleibe aber »noch viel zu lernen«.

Am Montag hatte »Ingenuity« (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und rund 1,8 Kilogramm schwere Helikopter stieg dabei auf eine Höhe von etwa drei Metern auf und schwebte dann etwa 30 Sekunden, bevor er wieder landete. Insgesamt dauerte der Flug 39,1 Sekunden. Beim zweiten Flug kletterte »Ingenuity« nun auf eine Höhe von fünf Metern, schwebte dann auf der Stelle und flog schließlich zwei Meter zur Seite, bevor der Hubschrauber wieder landete. Insgesamt dauerte der Flug 51,9 Sekunden. In den kommenden Wochen sind weitere Flüge geplant.

Der Hubschrauber muss auf dem Mars extremen Bedingungen trotzen: Nachts ist es bis zu minus 90 Grad Celsius kalt, was für Batterien und Elektronik leicht das Todesurteil bedeuten kann. Wegen der dünnen Atmosphäre, die grob nur ein Prozent so dicht ist wie die auf der Erde, müssen die Rotoren von »Ingenuity« auf 2537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen - ein Vielfaches von Hubschraubern auf der Erde. Die Energie für diese Kraftanstrengung zieht »Ingenuity« aus seiner durch Sonnenstrahlen gefütterten Batterie.

Der Mini-Helikopter war an Bord des Nasa-Rovers »Perseverance« (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen) Ende Februar - nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zurückgelegten Kilometern - mit einem riskanten Manöver in einem ausgetrockneten Mars-See namens »Jezero Crater« aufgesetzt. Entwicklung und Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teuren Rovers hatten acht Jahre gedauert. Er soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-314004/2

Nasa-Mitteilung


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