weather-image
12°

Deutsche Uni-Chefs: 59 Jahre alt, männlich, aus dem Westen

3.0
3.0
Grenzpfosten
Bildtext einblenden
Ein verwitterter Grenzpfosten der DDR: An deutschen Universitäten gibt es auch 30 Jahre nach dem Mauerfall keine Führungspersonen, die in Ostdeutschland geboren sind. Foto: Jens Wolf Foto: dpa

Gütersloh (dpa) - Der typische Leiter einer deutschen Universität ist männlich, 59 Jahre alt - und kommt nicht aus Ostdeutschland. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) am Donnerstag in Gütersloh veröffentlicht hat.


Für das Ergebnis hat die Autorin Isabel Roessler die im Internet veröffentlichten Lebensläufe des Top-Führungspersonals aller 81 öffentlich-rechtlichen Universitäten ausgewertet. Dabei zeigt das Ergebnis ein starkes regionales Gefälle.

Anzeige

95 Prozent der Uni-Chefs kommen aus Deutschland, vier geben einen Geburtsort im Ausland an. Dagegen stammt rund ein Drittel aus Nordrhein-Westfalen. Keine der Führungskräfte wurde in Ostdeutschland geboren.

»Es ist nur eine Momentaufnahme - aber 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist eine Universitätslandschaft ohne Top-Führungskräfte mit ostdeutschen Wurzeln schon bemerkenswert«, urteilt CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele. »Bei den studentischen Bildungsbiografien ist die Vielfalt auf dem Campus angekommen, warum nicht auch mehr Vielfalt in den Führungspositionen?«, sagt Ziegele.

Auch bei den Geschlechtern gibt es ein einseitiges Bild. 75 Prozent der Universitäten werden von Männern geleitet. Und vor dem Jahr 2018 sah diese Statistik aus Sicht der Frauen noch schlechter aus. Denn im vergangenen Jahr ist jede vierte derzeit amtierende Unipräsidentin oder -Rektorin neu ins Amt gekommen. Positiv sieht Autorin Roessler die Ausbildungswege der Führungskräfte. Nicht nur Juristen seien unter den Topleuten, sondern auch Sportwissenschaftler und ehemalige Lehramtsstudenten.

Studie im Internet

Facebook Traunsteiner Tagblatt