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Corona-Lockdown hat kaum Auswirkungen auf den Klimawandel

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Klimawandel
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Wasserdampf steigt aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Jänschwalde. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa Foto: dpa

Der Ausstoß von Kohlendioxid ist durch den Corona-Lockdown gesunken - dem Klima nützt das jedoch kaum etwas. Dazu müsste der Lockdown unbegrenzt fortgesetzt und zusätzlich jedes Jahr Maßnahmen mit ähnlicher Wirkung installiert werden, sagen Forscher.


Hamburg (dpa) - Der coronabedingte Lockdown hat Experten zufolge kaum Auswirkungen auf Klimawandel und Kohlendioxidbelastung.

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Großzügig ausgelegt lasse sich sagen, »die ökonomische Minderung ist nicht mehr als acht Prozent. Das entspricht einem Monat weniger Emissionen«, sagte Hans von Storch am Montag zum Auftakt der 12. Deutschen Klimatagung in Hamburg. Bei jährlich 40 Gigatonnen CO2-Emissionen sei das nicht sehr viel. Der Gründer der Tagung und ehemalige Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht betonte, wenn die Pariser Klimaschutzziele eingehalten werden sollen, dann müssten diese 40 Gigatonnen bis 2050 ganz verschwinden. »Das würde hier bedeuten, dass wir (...) den Lockdown unbegrenzt fortsetzen und jedes Jahr eine weitere Maßnahme mit ähnlicher Wirkung installieren.«

Bei der alle drei Jahre von der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft veranstalteten Tagung beschäftigen sich die Wissenschaftler bis einschließlich Donnerstag online mit Themen rund um das Klima. Leider dränge die Corona-Pandemie das Problem des Klimawandels etwas in den Hintergrund, sagte der Vorsitzende der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, Clemens Simmer. »Nur so kann man zum Beispiel verstehen, dass Niedersachsen gerade sein Institut für Meteorologie und Klimaforschung dichtmachen will (...) und das, obwohl dort eine der renommiertesten Gruppen zum Beispiel für die Stadtklimamodellierung sitzt.« Dabei werde der Klimawandel die Menschheit noch stärker beeinträchtigen als die Pandemie selbst.

»Die gegenwärtige Pandemie und auch der Klimawandel stellen uns vor ganz ähnliche Probleme«, sagte Martin Claußen, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Die Politik müsse handeln und stütze ihr Tun auf Beratung durch die Wissenschaft. Beim Klimawandel etwa sei die komplexe Gemengelage aus Handeln, Forschen und Politik bekannt und auch seit Jahren Gegenstand der Wissenschaft. Die Klimatagung stehe in der Tradition der interdisziplinären Forschung und finde bereits zum fünften Mal in Hamburg statt.

Die Direktorin des Climate Service Center Germany (Gerics), Daniela Jacob, forderte eine deutlich bessere lokale Beobachtung des Wetters. Das sei in der Vergangenheit aus Finanzgründen immer weiter in den Hintergrund geschoben worden - »was dringend verändert werden muss«. Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel müssten kleinräumig beobachtet werden. »Es ist ganz entscheidend, dass wir gemeinsam lokal bis global (...) zusammendenken, wie wir (...) dieses neue Zeitalter innovativ gestalten können, nämlich CO2-arm, klimaresilient und gerecht.«

© dpa-infocom, dpa:210315-99-832876/2


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