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Weiter hohe Arbeitslosigkeit in der Eurozone

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Arbeitslosigkeit
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Junge Jobsuchende in Spanien. Foto: Fernando Villar Foto: dpa

Luxemburg (dpa) - Fünf Jahre nach Ausbruch der Krise in der Eurozone kommt der Abbau der Arbeitslosigkeit nur schleppend voran. Im Oktober waren in den 18 Ländern der Währungsunion - wie in den Monaten davor - durchschnittlich 11,5 Prozent der Bürger ohne Job.


EU-Arbeitskommissarin Marianne Thyssen sprach von großen Problemen und verlangte weitere Strukturreformen. Immerhin ist die Lage etwas günstiger als vor einem Jahr, wie aus den Zahlen der Statistikbehörde Eurostat hervorgeht.

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Die Eurokrise hatte im Herbst 2009 mit dramatischen Defizitzahlen aus Griechenland begonnen. Im Zuge der nötigen Rettungsaktionen mussten Griechenland und andere Krisenländer drastisch sparen, die Wirtschaft brach ein und die Arbeitslosenzahlen schnellten in die Höhe.

Die schlechte Lage in diesen Ländern prägt auch weiter den Durchschnitt: Während Deutschland nach der europäischen Erfassungsmethode auf eine Arbeitslosenquote von nur 4,9 Prozent kommt und Österreich auf 5,1 Prozent, sind es in Spanien 24,0 Prozent. Griechenland meldet 25,9 Prozent, allerdings für August, eine neuere Zahl liegt nicht vor.

Gemessen an der Situation vor einem Jahr verzeichnen einige der wirtschaftlich geschwächten Länder Südeuropas Fortschritte. So sank die Quote in Spanien seit Oktober 2013 von 26,0 auf 24,0 Prozent, in Portugal verringerte sie sich von 15,6 auf 13,4 Prozent. Auch Griechenland steht im Vergleich zum August 2013 etwas besser da: Damals lag die Quote bei 27,8 Prozent. Dagegen nahm die Arbeitslosigkeit unter anderem in Italien seit vergangenem Jahr noch zu - von 12,3 auf 13,2 Prozent.

Im Durchschnitt aller 28 Staaten der Europäischen Union ist die Lage etwas günstiger als in der Eurozone: Hier lag die Quote im Oktober bei 10,0 Prozent - unverändert seit September. In der gesamten EU waren 24,4 Millionen Menschen arbeitslos. Für junge Leuten unter 25 Jahren lag die Zahl EU-weit bei 4,98 Millionen, 504 000 weniger als vor einem Jahr.

Die EU ringt seit Jahren um den richtigen Weg zur Verbesserung der Arbeitsmarktlage. Gerade hat sie ein Investitionsprogramm angekündigt, das in den nächsten Jahren 1,3 Millionen neue Jobs bringen soll.

Am Freitag legte die EU-Kommission zudem eine detaillierte Analyse zur Beschäftigungssituation in Europa vor. Daraus geht unter anderem hervor, dass Einkommensunterschiede weiter wachsen - dies liegt zum Teil auch an hoher Arbeitslosigkeit. Eine besonders große Lücke klaffte zuletzt in Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Spanien und Lettland. Deutschland lag im europäischen Vergleich im Mittelfeld.

Weit vorne liegt die Bundesrepublik hingegen bei der steuerlichen Belastung der Arbeit - das heißt, dass Arbeitgeber für ihre Beschäftigten hohe Abgaben an den Staat zahlen oder Arbeitnehmer viel Steuern zahlen. Da beides keinen Anreiz für höhere Beschäftigung liefert, fordert die EU-Kommission seit Jahren Entlastungen.

Arbeitskommissarin Thyssen dringt insgesamt auf Arbeitsmarkt- und Sozialreformen in den Mitgliedsländern. »Wir brauchen ein neues und starkes Bekenntnis zu Strukturreformen«, sagte sie in Brüssel. »Ich glaube, solche Reformen zahlen sich wirklich aus.«