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Wachsende Konkurrenz für Maschinenbauer aus China

Frankfurt/Main (dpa) - Den deutschen Maschinenbauern droht in den kommenden Jahren massive Konkurrenz aus China. Das Land der Mitte will Milliarden in Forschung und Entwicklung investieren, um künftig Hightech-Produkte zu liefern und in einigen Bereichen Weltmarktführer zu werden.

Konkurrenz für Maschinenbauer kommt aus China
Chinesische Arbeiter bei der Fertigung einer Windkraftanlage. Den deutschen Maschinenbauern droht in den kommenden Jahren massive Konkurrenz aus China. Foto: Adrian Bradshaw / Archiv Foto: dpa

Dies werde auch die deutsche Schlüsselindustrie treffen, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Thomas Lindner, am Mittwoch in Frankfurt bei der Vorstellung der Studie «Auswirkungen des 12. Fünf-Jahres-Plans Chinas auf den deutschen Maschinenbau».

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Bis 2015 will China demnach seine Investitionen in Forschung und Entwicklung mehr als verdoppeln. Umgerechnet 1,2 Billionen Euro sollen in sieben verschiedene Bereiche, darunter umweltfreundliche Fahrzeuge, neue Materialien und Energieeffizienz fließen. «Diese chinesischen Investitionen werden die Industrielandschaft, zum Beispiel im Maschinenbau, maßgeblich verändern», heißt es in der Studie der Unternehmensberatung Droege Group.

Kurzfristig sehen die Maschinenbauer zwar Chancen, von der Entwicklung in China zu profitieren. «Aber es entstehen auch staatlich geförderte mächtige neue Wettbewerber», erklärte Lindner. Auf den Innovationsdruck der chinesischen Unternehmen müsse der deutsche Maschinenbau mit eigenen Investitionen in Forschung und Entwicklung antworten, um den Vorsprung zu halten.

Besonders betroffen sind der Studie zufolge die deutschen Maschinenbauer unter anderem in der Umwelttechnik, Wasser- und Abwasser- sowie Recyclingtechnik. «Mitgliedsfirmen aus diesen Bereichen werden sowohl eine erhöhte Nachfrage als auch dank staatlicher Förderung aggressivere chinesische Mitbewerber wahrnehmen».

Zugleich dürften die chinesischen Maschinenbauer verstärkt in Deutschland auf Einkaufstour gehen. Für sie sei das Siegel «Made in Germany» von außerordentlichem Stellenwert, heißt es in der Studie. Bei Zukäufen im Ausland würden chinesische Unternehmen mit bis zu einer Million Euro vom Staat unterstützt, sagte Jörg Nürnberg Geschäftsführer Droege Group China.

Ausländische Investoren in China werden den Angaben zufolge dagegen oft ausgebremst. «Deutsche Unternehmen finden vor Ort nicht immer die gleichen Bedingungen wie chinesische Firmen», sagte der Geschäftsführer des VDMA-Landesverbandes Baden-Württemberg, Ulrich Hermani. Das reicht den Angaben zufolge von Baugenehmigungen bis zu Vorschriften beim Arbeits- und Umweltschutz.

Schon heute ist China mit einem Umsatz von 563 Milliarden Euro der größte Maschinenbauproduzent der Welt. Vor fünf Jahren stand das Land noch auf Rang vier. Gemessen am Welthandelsanteil lag die deutsche Schlüsselindustrie mit 16,5 Prozent im vergangenen Jahr allerdings an der Spitze. China kam mit 10,2 Prozent nach Japan und den USA auf Platz vier.

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