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Varta macht mehr Geschäft mit Kopfhörer-Akkus

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Varta AG
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Das Tagesgeschäft lief es bei Varta weiter rund. Foto: Marijan Murat/dpa Foto: dpa

Der schwäbische Batteriekonzern kommt bislang gut durch die Corona-Krise und legt abermals Rekordzahlen hin. An der Börse gibt es dennoch deutliche Kursverluste - denn die Erwartungen sind hoch.


Ellwangen (dpa) - Der Batteriekonzern Varta setzt nach einem starken Wachstumsschub im neuen Jahr zunächst auf kleinere Sprünge.

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Das Management um Vorstandschef Herbert Schein veranschlagt für 2021 ein Umsatzplus von rund 8 Prozent auf 940 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern mit seinen vorläufigen Zahlen bekanntgab. Im Vorjahr war Varta dank des Booms bei Lithium-Ionen-Knopfzellen für kabellose Kopfhörer um 47 Prozent gewachsen, wenn die Übernahme der Haushaltsbatteriesparte herausgerechnet wird.

Analysten hatten vereinzelt schon angemerkt, dass das Unternehmen womöglich wegen stärkerer Konkurrenz mit dem Umsatzausblick für das laufende Jahr enttäuschen könnte. Viele hatten über eine Milliarde Euro Erlös auf dem Zettel.

Die Aktien der Ellwanger litten angesichts eines schwachen Ausblicks unter Gewinnmitnahmen: Die Papiere brachen um mehr als 13 Prozent ein, nachdem sie schon am Vortag stark nachgegeben hatte. In den vergangenen Wochen war der Kurs noch stark gestiegen.

Und das, obwohl die vorläufigen Zahlen aus dem vierten Quartal noch einmal besser ausfielen als von Analysten erwartet und das Unternehmen erstmals seit dem Börsengang 2017 eine Dividende zahlen will. Die Varta-Aktie war in den Marktturbulenzen rund um spekulative Kleinanleger und Hedgefonds Ende Januar aber auch auf neue Rekordhochs gestiegen, die sie letztlich nicht halten konnte.

Das Tagesgeschäft lief allerdings weiter rund. Varta hat im vergangenen Jahr vor allem vom Geschäft mit Akkus für kabellose Kopfhörer profitiert. Der Umsatz kletterte auch dank des Zukaufs der Haushaltsbatteriesparte um rund 140 Prozent auf 870 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 145 Prozent auf 239 Millionen Euro zu. Sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis fielen damit besser aus als von Analysten zuvor geschätzt und übertrafen auch die jüngste Prognose des Konzerns.

Bereits am Vorabend hatte Varta mitgeteilt - wie in Aussicht gestellt - erstmals seit dem Börsengang 2017 eine Dividende zu zahlen. Je Aktie sollen es 2,50 Euro sein, insgesamt will der Konzern rund 100 Millionen Euro an die Aktionäre ausschütten.

Varta erwarte ein hohes organisches Umsatzwachstum, hieß es vom Unternehmen. Die Nachfrage nach wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien für teurere Konsumentenprodukte sei weiterhin sehr hoch. Den detaillierten Jahresbericht inklusive aller Finanzzahlen wie dem Nettogewinn will Varta am 31. März vorlegen.

© dpa-infocom, dpa:210218-99-492339/4


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