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Umfrage: Schwarzarbeit in jedem zehnten Haushalt

Schwarzarbeit
Die Schwarzarbeitgeber-Quote steigt nach der Forsa-Umfrage mit dem Alter, dem Einkommen und der Bildung. Foto: Patrick Pleul Foto: dpa

Bochum (dpa) - Jeder zehnte Haushalt in Deutschland hat schon einmal eine Haushaltshilfe ohne Anmeldung beschäftigt. Weitere elf Prozent können sich vorstellen, in Zukunft eine Haushaltshilfe «schwarz» einzustellen.


Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Minijobzentrale. Für die repräsentative Studie waren im Juli dieses Jahres mehr als 2000 Menschen telefonisch befragt worden. Die «Welt» (Montag) hatte vorab daraus berichtet. Die Minijobzentrale bei der Knappschaft Bahn See (KBS) in Bochum ist bundesweit für die Absicherung geringfügig Beschäftigter zuständig.

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Im Juni dieses Jahres waren dort 242 743 Minijobber angemeldet, die in deutschen Haushalten arbeiten. Das seien zwar fünf Prozent mehr als im Vorjahr, spiegele aber die Realitäten in deutschen Haushalten nur bedingt wider, heißt es recht vorsichtig in der Studie. Nach früheren Studien des RWI und der Universität Köln werden nur rund fünf bis zehn Prozent der Haushaltshilfen bundesweit angemeldet. Haushaltshilfen müssen angemeldet werden, wenn sie regelmäßig tätig werden. Ausnahmen gibt es für Verwandte und enge Freunde.

Die Schwarzarbeitgeber-Quote steigt nach der Forsa-Umfrage mit dem Alter, dem Einkommen und der Bildung: Der typische Schwarz-Arbeitgeber ist über 60, kommt aus Westdeutschland, hat Abitur und ein Haushaltsnettoeinkommen über 2000 Euro. Gründe sind Unwissenheit, ein als kompliziert empfundenes Anmeldeverfahren oder der Wunsch, Geld zu sparen. Immerhin 23 Prozent der Befragten gaben allerdings auch an, der Helfer wolle nicht angemeldet werden.