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Tui und Tochter Tui Travel zurren Bedingungen für Fusion fest

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Die Fusion von Europas größtem Touristikkonzern Tui mit Tui Travel ist einen großen Schritt weiter. Foto: Julian Stratenschulte Foto: dpa

Hannover (dpa) - Die Fusion von Europas größtem Touristikkonzern Tui mit seiner britischen Reiseveranstaltungstochter Tui Travel ist einen großen Schritt weiter. Die entscheidenden Gremien der Reiseanbieter stimmten dem im Sommer angeschobenen Zusammenschluss zu.


«Was lange währt, wird endlich gut», sagte Tui-Konzernchef Fritz Joussen am Montag in einer Telefonkonferenz. Er stellte mit dem Zusammengehen erneut weitere Einsparmöglichkeiten in Aussicht und bekräftigte, den Branchenriesen zu einem Touristikweltmarktführer ausbauen zu wollen.

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Bisher besitzt der hannoversche MDax-Konzern seine britische Reisetochter nur zu gut 54 Prozent. Tui Travel war 2007 aus der Fusion der Tui-Veranstaltersparte mit dem Konkurrenten First Choice entstanden - damals reichte es aber finanziell nicht für einen 100-prozentigen Besitz. Das holt der deutsche Mutterkonzern nun nach und will damit eine Doppelstruktur vom Tisch wischen, denn die komplizierte Verschachtelung zwischen Hannover und London hatte immer wieder Probleme bereitet. «Nun liegt es an den Hauptversammlungen, dem zuzustimmen», sagte Joussen.

Die Anteilseigner der beiden Seiten sollen den Deal Ende Oktober absegnen. Joussen berichtete von 100 Millionen Euro Einsparungen, die der Zusammenschluss jedes Jahr unterm Strich freilege. Dabei soll der Wegfall der Doppelverwaltung 45 Millionen Euro bringen und die Fusion 35 Millionen Euro Steuerersparnisse ermöglichen. Weitere 20 Millionen Euro sollen über eine künftig enger abgestimmte Strategie drin sein.

«Das ist schon ein ganz anderes Unternehmen, das am Markt ganz andere Chancen haben wird», sagte Joussen. Die ausgehandelte Fusion läuft niCht über Bargeld, sondern über Aktien. Demnach sollen die Tui-Travel-Aktionäre, wie bereits Ende Juni festgelegt, für jede ihrer Aktien 0,399 neue Tui-Anteile erhalten. Dieser Erhöhung müssen die Tui-Altaktionäre erst noch auf der Hauptversammlung zustimmen.

Die gesamte Transaktion ist laut Tui 3,0 Milliarden Euro schwer. Gerechnet mit dem Schlusskurs vom 12. September 2014 hätte der neue Konzern eine Marktkapitalisierung von rund 6,5 Milliarden Euro.

Die Dividende der Tui-Aktionäre soll im laufenden Geschäftsjahr 2013/14 je Schein von 15 auf 33 Cent steigen. Tui-Travel-Eigner erhalten laut Plan eine Zwischendividende von 20,5 Pence je Papier.

Das künftige Unternehmen wird den Angaben zufolge zu 54 Prozent den Altaktionären der Tui aus Hannover gehören. Sitz der künftigen Gesellschaft ist Deutschland, gehandelt werden soll sie in London.

Die jüngsten, ebenfalls am Montag vorgelegten Zahlen sorgen derweil für Rückenwind. Der Reisekonzern holte demnach nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2013/2014 spürbar auf. Ohne das traditionell stärkste Sommerquartal verbuchte Tui zwischen Oktober und Ende Juni unter dem Strich einen saisontypischen Verlust von rund 249 Millionen Euro. Gegenüber den ersten neun Monaten des vorigen Geschäftsjahres (minus 376 Millionen Euro) ist das eine Verbesserung um rund ein Drittel.

Im dritten Quartal (April bis Juni) belasteten jedoch Steuernachzahlungen im wichtigen Urlaubsland Spanien die Bilanz. Statt 3,5 Millionen Euro Nachsteuergewinn wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum gab es daher diesmal rund 19 Millionen Euro Verlust. Diese Einmalbelastung soll sich im laufenden Schlussquartal aber wieder ausgleichen. Joussen führt Tui derzeit durch eine Rosskur und hatte im Geschäftsjahr 2012/2013 erste Erfolge eingefahren, als unter dem Strich knapp eine schwarze Zahl stand.

Die Zwischenbilanz verweist unter anderem auf bessere Ergebnisse der eigenen Hotels und der Veranstaltungstochter Tui Travel. Die Aktie der Tui AG setzte sich am Montag mit leichten Gewinnen an die Spitze der MDax-Werte, die den Tag über in Summe nachgaben.

Mitteilung der Tui AG

Bisherige Aktionärsstruktur der Tui Travel

Neun-Monats-Bericht