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Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA

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Istanbul
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Ein Ladenbesitzer steht neben einer Anzeigetafel, die die Wechselkurse der türkischen Lira anzeigt. Foto: Lefteris Pitarakis/AP Foto: dpa

Wie du mir, so ich dir: Die Türkei erhebt nun ihrerseits Strafzölle gegen die USA, unter anderem auf die Einfuhr von Autos und Alkohol. Der von Präsident Erdogan angedrohte Boykott elektronischer Geräte - unter anderem von iPhones - ist in der Liste aber nicht zu finden.


Istanbul (dpa) - Nach neuen Strafzöllen der USA hat die Türkei nun ihrerseits Sanktionen gegen die Vereinigten Staaten verhängt. Sie heizt damit die Auseinandersetzung, die die Landeswährung Lira schwer hatte einbrechen lassen, weiter an.

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Eine am frühen Mittwochmorgen im Staatsanzeiger veröffentlichte Liste beinhaltete 22 zusätzliche Zölle. Demnach stiegen etwa die Einführungsgebühren für US-Autos, alkoholische Getränke, für kosmetische Produkte, Tabak, Papier und Reis aus den Vereinigten Staaten.

Während aus der im Staatsanzeiger veröffentlichten Liste zunächst hervorging, dass die Einfuhrgebühren für US-Autos beispielsweise um 120 Prozent steigen sollen, stellte die Handelsministerin, Ruhsar Pekcan, nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu klar, dass es sich um eine Verdopplung der Zölle handele - im Fall der US-Autos auf 120 Prozent. Die Einfuhrgebühren für alkoholische Getränke aus den USA stiegen etwa auf 140 Prozent, die für kosmetische Produkte und Tabak auf 60 Prozent, die für Papier oder Reis auf 50 Prozent.

Der stellvertretende Präsident, Fuat Oktay, twitterte, die Türkei habe dem Prinzip der Gegenseitigkeit folgend nach den »bewussten Angriffen der US-Regierung Steuern auf einige Produkte aus den USA« erhoben.

Am Vortag hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, elektronische Produkte aus den USA boykottieren zu wollen. Er erwähnte auch die iPhones des Herstellers Apple. Zusätzliche Zölle auf elektronische Geräte oder ein Einfuhrverbot fanden sich in der Liste aber nicht.

Hintergrund des Streits ist das Schicksal des in der Türkei wegen Terrorvorwürfen festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson. Die USA fordern seine sofortige Freilassung. Aus Frustration über mangelnde Fortschritte in den Verhandlungen hatte US-Präsident Donald Trump am Freitag Zölle auf die Einfuhr von türkischem Stahl und Aluminium stark erhöht. Erdogan sprach daraufhin von einem »Wirtschaftskrieg«.

Erdogans Sprecher, Ibrahim Kalin, sagte am Mittwoch, die Türkei wolle keinen »Wirtschaftskrieg«, sein Land müsse sich aber wehren, wenn es angegriffen werde.

Der Kurs der seit Monaten schwächelnden Lira war am Freitag und am Montag abgestürzt. Er erholte sich am Dienstag und Mittwoch leicht, was Analysten auf erste Notmaßnahmen der Zentralbank zur Stützung der Lira und auf die Ankündigung zurückführten, dass Finanzminister Berat Albayrak am Donnerstag per Telefonkonferenz mit Investoren unter anderem aus den USA und Europa sprechen werde.

Die US-Regierung wies die Verantwortung für die wirtschaftlichen Probleme in der Türkei zurück. Diese hätten nicht erst begonnen, »als wir am 1. August dieses Jahres Sanktionen gegen zwei Personen verhängt haben«, sagte eine Sprecherin des US-Außenministeriums.

Die Türkei suchte am Dienstag die Annäherung an Europa. Albayrak betonte in einer Rede in Ankara, dass eine Vertiefung der Beziehungen zu Europa und eine langfristige Zusammenarbeit die beste Antwort auf die Bedrohung durch die USA seien. Er fügte hinzu, dass Äußerungen unter anderem der deutschen Kanzlerin Angela Merkel gezeigt hätten, wie »unfair und böswillig« es sei, was der Türkei widerfahre.

Merkel hatte sich am Montag besorgt über die Lage in der Türkei geäußert. Die EU profitiere von einer stabilen Wirtschaftslage in ihrer Nachbarschaft. »Deutschland möchte jedenfalls eine wirtschaftlich prosperierende Türkei«, hatte sie gesagt.

Noch im vergangenen Jahr war das deutsch-türkische Verhältnis unter anderem wegen der Inhaftierung mehrerer Deutscher in der Türkei zerrüttet gewesen. Die Bundesregierung will Erdogan Ende September zu einem Staatsbesuch in Deutschland empfangen.

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