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Stromausfall in VW-Kraftwerk bereitet Autobauer und Stadt Probleme

Wolfsburg (dpa) - Ein Stromausfall im eigenen Kraftwerk hat den Autobauer Volkswagen am Samstag vor Probleme gestellt. Der Konzern schickte Mitarbeiter einer Sonderschicht nach Hause. Die Volkswagen-Seiten im Internet waren mehrere Stunden unerreichbar - und Führungskräfte ohne ihre E-Mails.

VW-Werk in Wolfsburg
Produktionsstraße im VW-Werk in Wolfsburg: Ein großflächiger Stromausfall in Wolfsburg hat auch eine Sonderschicht im Volkswagen-Werk lahmgelegt. Foto: Nigel Treblin/Volkswagen Foto: dpa

Ein Stromausfall im Wolfsburger Volkswagen-Kraftwerk hat am Samstag das Stammwerk des Autobauers, benachbarte Stadtteile sowie den weltweiten Internetauftritt des Konzerns lahmgelegt. Gegen 9.00 Uhr versagten vier Generatoren im VW-Kraftwerk ihren Dienst, wie Sprecher des Autobauers und des Versorgers LSW Energie berichteten.

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Die Folgen waren weitreichend: In der Fabrik stoppten die Bänder einer Sonderschicht, die am Wochenende lief. Außerdem war auch ein nahe gelegenes Gebiet östlich von Fallersleben mit ungefähr 50 000 Haushalten ohne Strom, wie die Polizei erklärte. Internetauftritte des weltweit zweitgrößten Autobauers waren mehrere Stunden lang nicht zu erreichen - von den USA über Deutschland bis hin nach Australien.

Zeitweise drohte auch die Fußball-Bundesligapartie zwischen dem VW-Werksklub VfL Wolfsburg und Bayern München auszufallen. Das Spiel wurde aber pünktlich angepfiffen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa beeinträchtigte die Panne auch den globalen E-Mail-Verkehr für die VW-Führungskräfte. Gegen 14 Uhr - nach rund fünf Stunden Ausfall - berappelten sich die Server, die Online-Seiten waren wieder erreichbar, E-Mails kamen an.

Noch gegen Mittag waren auch zentrale Internetauftritte wie volkswagen.de oder vw.com nicht zu erreichen. Das Problem war global. So waren beispielsweise auch von Indien aus Volkswagens Online-Auftritte in den USA oder Deutschland nicht aufzurufen. Für China, wo VW in Gemeinschaftsunternehmen unterwegs ist, baute sich der Internetauftritt dagegen auf.

Um 11.20 Uhr, also rund zweieinhalb Stunden nach Beginn des Ausfalls, waren die meisten Wolfsburger Stadtteile wieder versorgt. Gegen Mittag waren noch zwei Ortsteile betroffen. Für die Arbeiter im Werk ging von 9.00 Uhr an nichts mehr. «Die Produktion steht. Die Mitarbeiter hier wurden nach Hause geschickt», sagte ein VW-Sprecher. Betroffen sei die Herstellung der Kompaktlimousine Golf, die wegen der guten Nachfrage auch diesen Samstag in einer Sonderschicht lief. Rund 100 Fahrzeuge müssten nun nachproduziert werden, hieß es. Für Sonntag sei keine Schicht geplant, am Montag dürfte alles wieder normal laufen.

Über mögliche finanzielle Schäden, die in der Autoproduktion mit einem sogenannten Bandabriss stets drohen, konnte der Sprecher zunächst keine Angaben machen. Der Ausfall von vier Generatoren im VW-Kraftwerk sei plötzlich erfolgt, es habe keine Zeit mehr gegeben, im Werk mit geeigneten Bemühungen zu reagieren. «Es ist nicht koordiniert zum Stillstand gekommen», sagte der Sprecher. «Wir haben hier jetzt aber alles soweit in einen sicheren Zustand versetzt.»

Dem Sprecher zufolge erklärten Techniker den plötzlichen Ausfall im VW-Kraftwerk mit einem fehlerhaften Trennschalter zwischen dem VW- und dem öffentlichen Stromnetz.

In Wolfsburg baut VW die Modelle Golf, Tiguan und Touran. Es wird von montags bis freitags produziert. Wenn die Bänder auch am Wochenende laufen, dann handelt es sich um Sonderschichten für Auftragsspitzen. Das VW-Werk in Wolfsburg am Mittellandkanal gilt als die größte zusammenhängende Autofabrik der Welt.

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