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Siemens streicht hunderte Jobs in den USA

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Siemens bekommt die schwache Nachfrage nach Windkraftanlagen zu spüren und streicht in den USA hunderte Jobs. Foto: Archiv Foto: dpa

New York/München (dpa) - Siemens streicht angesichts ausbleibender Windkraftaufträge nun auch in den USA hunderte Jobs. Wie der Konzern mitteilte, verlieren etwa 615 Mitarbeiter ihre Stelle.


Hintergrund seien die drohenden auslaufenden Steuervergünstigungen für die Windkraft in den USA sowie der Trend zu Gaskraftwerken wegen der günstigen Gaspreise. Vor kurzem erst hatte der Elektroriese angekündigt, in der deutschen Getriebefertigung wegen des schwachen Windkraftgeschäfts rund 500 Arbeitsplätze abzubauen.

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»Die ganze Branche verzeichnet derzeit einen massiven Auftragseinbruch«, erklärte Siemens am Dienstag in den USA. »Das bleibt unglücklicherweise nicht ohne Auswirkungen auf die Arbeitsplätze.« Die betroffenen Mitarbeiter sollen Abfindungen bekommen. Ein Sprecher erklärte, der Stellenabbau werde voraussichtlich bis zum Jahresende durchgezogen.

Mehr als 400 Jobs gehen alleine in der Rotorblatt-Fertigung in Fort Madison im US-Bundesstaat Iowa verloren. Siemens hatte erst 2006 den Grundstein für die Fabrik gelegt, 2010 hatte US-Präsident Barack Obama den modernen Standort besucht. Weitere Arbeitsplätze werden in Hutchinson in Kansas abgebaut, wo Maschinenhäuser für Windanlagen montiert werden, sowie in der Verwaltung und im Außendienst.

Siemens will in diesem Herbst ein Sparprogramm vorstellen, mit der der Münchener Technologiekonzern auf die Abkühlung der Weltwirtschaft reagiert. Die Aufträge waren zuletzt eingebrochen und der Gewinn enttäuschte. Ausgerechnet in den beiden wichtigsten Geschäftsfeldern Energie und Industrie läuft es schlechter. Medienberichten zufolge prüft der Konzern dabei auch den Abbau tausender Stellen weltweit. Laut »Börsen-Zeitung« könnten mehr als 10 000 Jobs betroffen sein.

Alleine in den USA hatte der Konzern in den vergangenen fünf Jahren 100 Millionen Dollar in seine Windkraftfertigung gesteckt. Siemens gehört mit rund 60 000 Leuten zu den größten ausländischen Arbeitgebern im Land. Wie eine Firmensprecherin in den USA sagte, fallen durch den Stellenabbau keine »nennenswerten« Belastungen für das Unternehmen an.