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Schaeffler verkauft indirekten Anteil an Conti

Herzogenaurach/Hannover (dpa) - Nach dem Wiederaufstieg von Continental in den Dax trennt sich der Hauptaktionär Schaeffler von rund zehn Prozent seiner Anteile an dem Autozulieferer. Das Aktienpaket hält das Familienunternehmen indirekt über die Banken M.M. Warburg und Metzler.

Schaeffler
Stand der Firma Schaeffler auf der Hannover Messe. Foto: Peter Steffen / Archiv Foto: dpa

Mit dem Erlös will das fränkische Unternehmen einen Teil seiner Milliarden-Schulden tilgen, die es für den Einstieg bei Conti machen musste. Das teilte Schaeffler am Montagabend mit.

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«Die Nettoerlöse der Aktienplatzierung werden vertragsgemäß zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten der Schaeffler Holding verwendet», hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Das angebotene Aktienpaket entspricht derzeit einem Wert von 1,695 Milliarden Euro. Die Aktien sollen einer «breiten internationalen Investorenbasis» offeriert werden.

Nach dem Verkauf werde die Familie Schaeffler mit einem direkten Anteil von 49,9 Prozent aber weiter Hauptaktionär der Continental AG bleiben. Das fränkische Familienunternehmen bekräftigte, es halte an seiner langfristigen strategischen Beteiligung an Conti fest. In den nächsten sechs Monaten werde die Firma ihren Anteil an dem Autozulieferer nicht weiter verringern.

Schaeffler war 2008 bei Conti nach langem Ringen als Großaktionär bei Conti eingestiegen, für die Übernahme mussten die Franken milliardenschwere Kredite aufnehmen. Patriarchin Elisabeth-Maria Schaeffler räumte später ein, das Familienunternehmen habe bei der Conti-Übernahme Fehler gemacht. 2009 hatte die Franken sich mit den Banken auf ein Finanzierungskonzept über zwölf Milliarden Euro geeinigt und damit nach eigenen Angaben die Finanzierung für die nächsten Jahre gesichert.

Continental war am Montag nach rund vier Jahren Abwesenheit wieder in die Spitzengruppe der deutschen Börsenkonzerne vorgerückt. Der hannoversche Autozulieferer erhofft sich von der Rückkehr mehr Nachfrage nach den eigenen Papieren. Ende 2008 war Conti aus der Klasse der 30 wichtigsten Aktiengesellschaften ausgeschieden.

Der erste Tag nach der Rückkehr in den Dax brachte für das Unternehmen aber Verluste: Zum Handelsschluss sanken die Conti-Papiere am Abend um 2,54 Prozent auf 81,49 Euro. Solche Abschläge sind bei Umgruppierungen von Aktienindizes jedoch nicht ungewöhnlich: In der Regel legen Aufsteiger schon vor der Umsetzung der Änderungen zu und geben dann nach dem Vollzug nach. Seit Jahresbeginn hatte die Conti-Aktie um mehr als 70 Prozent an Wert gewonnen. Spannend dürfte nun sein, wie der Kurs am Dienstag auf die Verkaufsankündigung reagiert.

Bisherige Conti-Aktionärsstruktur