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SAP-Co-Chef kündigt weitere Veränderungen im Management an

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Vishal Sikka
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Beim Softwarekonzerns SAP kehrt keine Ruhe ein. Ausgerechnet der Vordenker und Technikchef Vishal Sikka kehrt dem Konzern den Rücken. Foto: Jens Wolf/Archiv Foto: dpa

Walldorf (dpa) - Nach dem Rücktritt von SAP-Technikchef Vishal Sikka wird keine Ruhe bei dem Softwarekonzern einkehren. »Es wird weitere Veränderungen im Management geben«, sagte SAP-Co-Vorstandschef Bill McDermott im Gespräch mit der dpa, ohne ins Detail zu gehen. »SAP verändert sich und damit auch das Management.«


Dabei hatte SAP erst am Sonntagabend einen umfangreichen Vorstandsumbau angekündigt. Noch bevor McDermotts Vorstandskollege Jim Hagemann Snabe auf der Hauptversammlung Ende Mai in den Aufsichtsrat wechselt, kündigte Sikka seinen sofortigen Rückzug aus privaten Gründen an. Dafür rücken Entwicklungschef Bernd Leukert und Vertriebs-Spezialist Rob Enslin in den Vorstand auf. Beide arbeiten seit den 90er Jahren für den Softwarekonzern.

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Anleger reagierten enttäuscht. Am Montag verlor die Aktie mehr als zwei Prozent. Dabei betonte McDermott, dass der Konzern an seiner bisherigen Strategie festhält: »Das sorgt für Kontinuität«, sagte er.

Doch der erst 46-jährige Sikka galt als einer der Vordenker bei SAP, der vor allem die Entwicklung der superschnellen Datenbank Hana vorangetrieben hat - eines der wichtigsten Projekte der Walldorfer. Im Umfeld des Unternehmens hieß es am Montag, die Gründe für Sikkas Rücktritt spielten »ganz stark ins Privatleben«. Ein Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

»Hätte Vishal Sikka den Entschluss vor ein oder zwei Jahren getroffen, hätte das das Unternehmen getroffen«, sagte SAP-Konzernstratege Alex Atzberger. Inzwischen werde die Expertise von mehreren Managern im Vorstand mitgebracht. SAP-Co-Chef McDermott bezeichnete den neuen Entwicklungschef Bernd Leukert als einen der wesentlichen Treiber hinter Hana.

Der Wechsel bringt weitere Unruhe in das Unternehmen. Sikka ist schon der vierte Vorstand bei SAP, der binnen eines Jahres seinen Rückzug ankündigt. Im vergangenen Jahr hatten erst Personalchefin Luisa Delgado und der für das Cloud-Geschäft zuständige Lars Dalgaard das Unternehmen verlassen. Dann gab SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe bekannt, dass er nach der Hauptversammlung am 21. Mai 2014 in den Aufsichtsrat wechseln will. Sein Amtskollege McDermott übernimmt dann allein das Ruder bei dem Konzern.

Aufsichtsrats-Chef Hasso Plattner hatte zuvor einen Teil von Snabes Aufgaben an Technikvorstand Sikka delegiert. Bei Analysten galt Sikka nach der Ankündigung von Snabes Rückzug als möglicher zweiter Mann neben McDermott. Sikka war ein besonderer Schützling von SAP-Gründer und -Aufsichtsratschef Plattner. Der soll dem Technologieblog »Techcrunch« zufolge Sikka 2008 sogar einmal davon abgehalten haben, das Unternehmen zu verlassen. In der Mitteilung betonte Plattner: »Unsere Freundschaft wird auch in Zukunft bestehen bleiben.«

Nun wird McDermott den Konzern im Sommer mit einem neu aufgestellten Führungsteam leiten. »Mir ist wichtig, dass das Team das volle Vertrauen hat - das der Mitarbeiter und der Kunden«, warb er um Unterstützung.

Neben dem designierten neuen Finanzvorstand Luka Mucic und den beiden neuen Vorständen Enslin und Leukert, die McDermott mit Vertrieb und Entwicklung zentrale Aufgaben bei dem Softwarekonzern abnehmen, wird auch das Global Managing Board, der erweiterte Führungszirkel von SAP, ausgebaut. Personalchef Stefan Ries, der sich um die Belegschaft bislang ohne Vorstandstitel kümmert, wird nun ebenso wie IT-Chefin Helen Arnold in das Global Managing Board aufrücken. SAP hatte das Gremium geschaffen, um Führungskräfte schneller austauschen zu können.

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