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Rückrufe und Opel machen General Motors zu schaffen

Detroit (dpa) - Das Rückruf-Debakel der vergangenen Monate und die teure Sanierung von Opel haben ein großes Loch in die Bilanz von General Motors gerissen.

GM-Chefin Mary Barra
GM-Chefin Mary Barra neben einem Opel Insignia Country Tourer. Foto: Arne Dedert Foto: dpa

Der größte US-Autokonzern verdiente im ersten Quartal unterm Strich 108 Millionen Dollar (78 Mio Euro), nachdem es im Vorjahreszeitraum noch 873 Millionen Dollar waren.

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«Es ist eine Untertreibung, wenn wir sagen, dass das Quartal herausfordernd war», sagte Firmenchefin Mary Barra in einer Telefonkonferenz mit Analysten am Donnerstag. Bei den Verkäufen hätten sich die Rückrufe aber nicht bemerkbar gemacht. «Die Kunden reagieren positiv auf die neuen Autos, die wir auf den Markt bringen», erklärte sie in Detroit. Der Umsatz stieg leicht auf 37,4 Milliarden Dollar.

Branchenexperten hatten im Vorfeld wegen der Rückrufkosten von 1,3 Milliarden Dollar sogar einen Verlust nicht ausgeschlossen. Die Aktie stieg im frühen Handel in New York um 2 Prozent.

GM muss weltweit insgesamt rund 7 Millionen Wagen wegen diverser Mängel reparieren. Darunter sind 2,6 Millionen Autos, bei denen defekte Zündschlösser zu gefährlichen Unfällen führen können. Die Geschichte spielt allerdings vor allem auf dem Heimatmarkt USA, wo die meisten der Modelle verkauft wurden. Opel war kaum betroffen.

GM konnte seinen Umsatz im Europageschäft von 5,3 Milliarden auf 5,6 Milliarden Dollar steigern. Der Absatz stieg im ersten Quartal um 13 000 auf 271 000 Fahrzeuge. «Das zeigt, dass wir die richtigen Weichen gestellt haben», sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann. Erstmals seit langem hat der Hersteller sein Personal sogar wieder aufgestockt. Auch wegen 350 neu eingestellter Ingenieure stieg die Zahl der Mitarbeiter in Europa um 1000 auf 38 000.

«Wir schlagen uns sogar etwas besser als zu Jahresbeginn erwartet», betonte Neumann in einem Rundbrief an die Mitarbeiter, der der dpa vorliegt. Wir haben unsere Einnahmen gesteigert und in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld mehr Fahrzeuge verkauft». Dabei sprach er von einem «höchst schwierigen Marktumfeld» - insbesondere in den für Opel wichtigen Wachstumsmärkten Russland und Türkei.

Trotzdem musste General Motors in Europa im ersten Quartal ein operatives Minus von 284 Millionen Dollar verdauen. Mehr als zwei Drittel davon (200 Mio Dollar) seien aber auf Restrukturierungskosten vor allem für das Aus der Autofertigung zum Jahresende in Bochum zurückzuführen. Im Vorjahreszeitraum hatte Opel nach den Angaben einen Verlust von 152 Millionen Dollar ausgewiesen.

Im Tagesgeschäft habe Opel seine Verluste im Vergleich zum ersten Quartal 2013 kräftig reduziert, schrieb Neumann an die Mitarbeiter. Damit sei das Unternehmen auf dem Weg, wie geplant zur Mitte des Jahrzehnts wieder Gewinne zu schreiben: «Das Wendemanöver war erfolgreich - und wir befinden uns auf dem richtigen Kurs.» Für das laufende Jahr hatte die Adam Opel AG ohnehin noch nicht mit schwarzen Zahlen gerechnet. Denn das Ende der Autofertigung am Standort Bochum wird mindestens 500 Millionen Euro kosten.

Weltweit hat GM im Quartal gut 2,4 Millionen Wagen verkauft, ein Plus von 2 Prozent. «Wir bleiben optimistisch für 2014», sagte Barra. Die Amerikaner spielen in einer ähnlichen Liga wie Volkswagen. Größter Autobauer ist weiterhin Toyota mit annähernd 2,6 Millionen Wagen.

GM-Mitteilung