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Ladenketten lassen Kunden oft beim Umtausch abblitzen

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Umtausch
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Der Umtausch scheitert oft schon an den Verkäufern. Foto: Miguel Villagran Foto: dpa

Berlin (dpa) - Die großen Ladenketten lassen ihre Kunden beim Umtausch kaputter Waren nach einem Praxistest der Verbraucherzentrale oft im Stich. In deutlich mehr als der Hälfte der Fälle wurde der gesetzliche Gewährleistungsanspruch nicht anerkannt, teilte die Verbraucherzentrale Bundesverband mit.


Häufig verwiesen die Verkäufer einfach an den Hersteller. Sie begründeten das damit, dass der Vorgang schneller abgewickelt werde oder eine angebliche Reklamationsfrist abgelaufen sei. «Viele Auskünfte waren diffus, oft waren sie irreführend und falsch», erklärte der Vorstand des Verbandes, Gerd Billen. Im Handel gebe es ein enormes Informationsdefizit.

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Der Gewährleistungsanspruch für kaputte Waren gilt zwei Jahre. Während der ersten sechs Monate muss der Kunde nur den Schaden nachweisen, nicht die Ursache dafür. Will der Händler in diesem Zeitraum die Reklamation nicht akzeptieren, muss er beweisen, dass die Ware beim Verkauf noch heil war und dass der Schaden kein Fabrikationsfehler war. Nach Ablauf der sechs Monate liegt die Beweislast dagegen beim Kunden. Im Gegensatz dazu sind Garantieleistungen für Produkte eine freiwillige Leistung des Herstellers.

Die Tester kauften bei Aldi, Lidl, Media Markt, Obi und Real Haushalts- und Elektrogeräte wie Staubsauger, Kaffeeautomaten, Toaster, Navigationssysteme, Digitalkameras oder Lautsprecher.

Bei Aldi Nord wiesen die Verkäufer den Gewährleistungsanspruch nach den Angaben in 90 Prozent der 55 Fälle zurück. Das Unternehmen antwortete bis zum Nachmittag nicht auf eine Anfrage von dpa zu dem Ergebnis. In den Lidl-Supermärkten lag die Quote der Ablehnung bei 70 Prozent von 110 Fällen, bei den anderen Ketten zwischen 40 und rund 50 Prozent.

Für die Studie wurden Testkunden zu Filialen der Handelsketten geschickt. Sie sollten sich über die Reklamationsbedingungen informieren und gaben vor, in der jeweiligen Filiale ein Gerät gekauft zu haben, das nun kaputt sei.

Praxistest Verbraucherzentrale Bundesverband