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Hoffnung für Ex-Neckermann-Mitarbeiter - Hilfe zugesagt

Frankfurt/Main (dpa) - Kleiner Hoffnungsschimmer für etwa 1650 ehemalige Mitarbeiter des Versandhändlers Neckermann: Politik und Arbeitsagentur sagten gemeinsame Anstrengungen zu, um die von der Pleite Betroffenen wieder in Lohn und Brot zu bringen, wie Verdi-Handelssekretär Wolfgang Thurner erklärte.

Abwicklung von Neckermann hat begonnen
Schon zugewachsen und leicht ramponiert ist dieser Eingang zu einem ehemaligen Verkaufsraum von Neckermann in Frankfurt am Main. Foto: Frank Rumpenhorst Foto: dpa

Harald Fiedler vom DGB sagte: «Die Stadt Frankfurt und die Arbeitsagentur haben erklärt, dass sie gemeinsame Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen speziell für die ehemaligen Neckermann-Beschäftigten anbieten wollen.»

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Der Versandhändler wird seit diesem Montag abgewickelt. Trotz monatelangen Bemühens hatte sich kein Investor für das vor 62 Jahren gegründete Unternehmen gefunden. Von den ehemals etwa 2000 Beschäftigte am Stammsitz Frankfurt und in einer Niederlassung in Sachsen-Anhalt sind nach Verdi-Angaben aktuell 1650 arbeitslos gemeldet. Die Gewerkschaft hoffe, dass für sie Angebote unterbreitet werden, denn sie seien ohne eigenes Verschulden arbeitslos geworden, sagte Thurner.

Schon vor Wochen hatte Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, die Situation von Neckermann als besondere Herausforderung bezeichnet, weil nahezu alle den gleichen Arbeitsort hätten: «Zudem werden viele Menschen betroffen sein, deren Vermittlung in eine neue Beschäftigung durch fehlende Ausbildungsabschlüsse oder eine geringe berufliche Qualifizierung sowie sprachliche oder gesundheitliche Defizite erschwert wird.»

Auch deshalb will die Arbeitsagentur Frankfurt mit allen Betroffenen Einzelgespräche führen und sie zu Bewerberbörsen mit Betrieben einladen, wie Agenturleiter Karl-Heinz Huth erklärte. Wenn die gezielte Vermittlung nicht reiche, würden Qualifizierungen angeboten, versprach Huth. Sollte eine längere Einarbeitung nötig sein, biete die Agentur auch Zuschüsse zum Arbeitsentgelt.

Informationen zu Neckermann

Mitteilung Insolvenzverwaltung 27.9.2012