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Henkel will stärker auf Kernmarken setzen

Henkel AG
Henkel will den Aktionären eine Dividende von 1,22 Euro je Vorzugsaktie zahlen. Foto: Jan-Philipp Strobel Foto: dpa

Düsseldorf (dpa) - Der Konsumgüterkonzern Henkel konzentriert sich immer mehr auf seine starken Marken wie Persil, Schwarzkopf oder den Klebstoff Loctite. Der Umsatzanteil der zehn Top-Brands unter den gut 300 Marken des Konzerns sei im vergangenen Jahr von 44 auf 57 Prozent gestiegen.


Das sagte Konzernchef Kasper Rorsted bei der Präsentation der Konzernbilanz 2013 in Düsseldorf. Persil sei längst keine deutsche Marke mehr, sondern werde in mehr als 50 Ländern verkauft. Und mit der Haarpflege-Marke Schwarzkopf erzielte der Konzern im vergangenen Jahr einen Weltumsatz von zwei Milliarden Euro. Bis 2016 soll der Umsatzanteil der Topmarken sogar auf 60 Prozent steigen.

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Allerdings müssen sich die Verbraucher wohl auch in diesem Jahr darauf einstellen, für die Produkte des Konzerns tiefer in die Tasche greifen zu müssen. Der Konzern wolle trotz des harten Wettbewerbs auch 2014 sowohl über höhere Preise als auch dank höherer Absatzmengen wachsen, sagte Finanzvorstand Carsten Knobel.

Im vergangenen Jahr konnte der Waschmittel-, Kosmetik und Klebstoffhersteller dank niedrigerer Rohstoffpreise und Kosteneinsparungen den Gewinn deutlich steigern. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg um 7,8 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

Der auf die Henkel Aktionäre entfallende Konzerngewinn verbesserte sich um 7,4 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Der Umsatz ging dagegen um 0,9 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro zurück. Dies sei aber ausschließlich auf Wechselkurseffekte zurückzuführen, sagte Knobel. Organisch sei der Konzern um 3,5 Prozent gewachsen.

Gut liefen die Geschäfte vor allem in den Schwellenländern. In den reifen Märkten Europas und Nordamerikas stagnierten dagegen die Umsätze eher. Inzwischen macht der Konzern 44 Prozent seines Umsatzes in den Wachstumsregionen.

Rorsted bekräftige das Ziel, den Henkel-Umsatz bis 2016 auf 20 Milliarden Euro zu steigern. Dazu sollen auch kleinere und mittlere Akquisitionen beitragen. Der Konzern habe einen Finanzierungsspielraum von rund 4,5 Milliarden Euro für Zukäufe, sagte Knobel. Henkel stehe nicht unter Zeitdruck. Doch wenn attraktive Objekte auf den Markt kämen, «werden wir die Chancen dazu nutzen». Zurzeit gebe es jedoch kaum Angebote und die Preise seien sehr hoch.

Für das Geschäftsjahr 2014 erwartet Henkel ein organisches Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent, sowie einen Anstieg des bereinigten Ergebnisses je Vorzugsaktie im hohen einstelligen Bereich.

Besorgt verfolgt der Konzern die Entwicklung in der Ukraine. Henkel hat dort mehrere Werke. Vorrang habe im Moment die Sicherheit der Mitarbeiter. Die Geschäftsentwicklung sei zweitrangig, sagte Rorsted. Langfristig glaube Henkel aber an den Markt.