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Eon sieht Innogy-Prüfung im Plan

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Nicht nur in Großbritannien, auch im deutschen Markt verzeichnete Eon einen Ergebnisrückgang. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa

Thyssenkrupp hat die EU-Kommission bei der Stahlfusion einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Essener Nachbar Eon ist zuversichtlich, dass es ihm bei der Innogy-Übernahme nicht ähnlich geht.


Essen (dpa) - Der Energieversorger Eon ist weiter zuversichtlich, die Genehmigung der EU für die Übernahme der RWE-Tochter Innogy zu erhalten.

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Aus den Entwicklungen bei Thyssenkrupp dürften keine Rückschlüsse auf die Prüfungen der Innogy-Übernahme durch Eon gezogen werden, sagte Finanzvorstand Marc Spieker am Montag. Eon habe volles Vertrauen, dass die Kommission nicht einer politischen Agenda folge, sondern die Situation in der jeweiligen Branche prüfe. »Wir gehen weiter davon aus, dass es keine nennenswerten Auswirkungen geben wird«, sagte Spieker. Die EU-Kommission will ihre Prüfungen bis zum 23. August abschließen.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hatte am vergangenen Freitag die Fusion seiner Stahlsparte mit den indischen Konkurrenten Tata gestoppt, weil er mit einem Verbot durch die EU-Wettbewerbshüter rechnet. Eine Entscheidung dazu wird bis Mitte Juni erwartet.

Sinkende Erträge im Kunden- sowie im Netzgeschäft haben das Ergebnis von Eon im ersten Quartal belastet. Schwach entwickelte sich dabei der Vertrieb in Großbritannien, der unter einem scharfen Wettbewerb sowie durch Preisdruck infolge einer im vergangenen Spätherbst eingeführten Preisobergrenze leidet. Bessere Ergebnisse im Geschäft mit erneuerbaren Energien konnten den Rückgang nicht ausgleichen.

Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns sank in den Monaten Januar bis März um 8 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro, wie Eon mitteilte. Der Konzernüberschuss wurde mit 393 Millionen mehr als halbiert. So wirkten sich eine höhere Steuerquote sowie Kosten im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme des Konkurrenten Innogy negativ aus. Bereinigt sank der Nettogewinn um 11 Prozent auf 650 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg um 5 Prozent auf 9,16 Milliarden Euro.

Nicht nur in Großbritannien, sondern auch im deutschen Markt verzeichnete Eon einen Ergebnisrückgang. Das Netzgeschäft, das den Löwenanteil zum Ergebnis beiträgt, verzeichnete leichte Rückgänge. Dagegen konnten die erneuerbaren Energien dank höherer Strommengen ihre Ergebnisse steigern.

Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern. Eon erwartet ein Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau. So geht der Konzern für 2019 von einem bereinigten Ebit von 2,9 bis 3,1 Milliarden Euro aus, der bereinigte Nettogewinn soll zwischen 1,4 und 1,6 Milliarden Euro liegen.

Die Innogy-Übernahme gehört zu einem großangelegten Geschäftetausch zwischen der Innogy-Mutter RWE und Eon. Nach der Innogy-Übernahme soll das gesamte Geschäft mit erneuerbaren Energien der beiden Konzerne an RWE gehen, Eon selbst konzentriert sich künftig auf Netz und Vertrieb. Dazu wird RWE mit knapp 17 Prozent an Eon beteiligt. Den RWE betreffenden Teil des Geschäfts haben die EU-Kommission und das Bundeskartellamt bereits ohne Auflagen genehmigt.