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Einzelhändler erzielen größtes Umsatzplus seit Juni 2011

Wiesbaden (dpa) - Der September hat Deutschlands Einzelhändlern das stärkste Umsatzplus seit Juni 2011 beschert. Die Händler nahmen kalender- und saisonbereinigt nominal 1,9 Prozent mehr ein als im August 2012, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Verkaufsoffener Sonntag in Berlin
Passanten gehen in Berlin während des verkaufsoffenen Sonntag in das Einkaufszentrum Alexa. Die Deutschen konsumieren nach wie vor gern. Foto: Marc Tirl Foto: dpa

Preisbereinigt (real) betrug das Plus 1,5 Prozent nach revidierten 0,1 Prozent im Vormonat. Die gute Entwicklung im September überraschte Analysten, die im Monatsvergleich lediglich ein kleines Plus von 0,3 Prozent erwartet hatten.

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Im Jahresvergleich fiel die Entwicklung allerdings gegensätzlich aus. Zum dritten Mal in Folge sanken die realen Umsätze im Jahresvergleich - und erstmals ging auch der nominale Umsatz zurück. Das lag auch daran, dass der September in diesem Jahr mit 25 Verkaufstagen einen Verkaufstag weniger hatte als der September des Vorjahres: Binnen Jahresfrist sanken die Umsätze um 0,7 Prozent (nominal) beziehungsweise 3,1 Prozent (real).

Aus Sicht des Handelsverbands Deutschland (HDE) belegen die Septemberzahlen, dass der Konsum in Deutschland robust ist. «Der Einzelhandel leistet einen zuverlässigen Beitrag zu Binnenkonjunktur», sagte HDE-Geschäftsführer Kai Falk.

In den ersten neun Monaten setzte die Branche nominal 1,9 Prozent mehr, real aber 0,3 Prozent weniger um als im Vorjahreszeitraum. Preisbereinigt stiegen die Umsätze in dieser Zeit nur im Internet- und Versandhandel (plus 1,8 Prozent) sowie im «sonstigen» Einzelhandel (1,3 Prozent), zu dem der Verkauf von Büchern oder Schmuck gehört. Mit real minus 2,5 Prozent schrumpfte das Geschäft von Waren- und Kaufhäusern in den ersten neun Monaten 2012 besonders stark.

Trotz der guten Verbraucherstimmung deuteten die Verkaufszahlen auf einen leichten Rückgang des privaten Konsums im dritten Quartal hin, erklärte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. Denn nach einem schwachen Juli seien die Erlöse im dritten Quartal schwächer als von April bis Juni: «Die private Nachfrage könnte im dritten Quartal in Deutschland gesunken sein. Deshalb dürfte die Gesamtwirtschaft stagnieren, wenn der Außenhandel die Wirtschaftsleistung nicht abermals befeuert.»

Nach jüngsten Angaben der GfK ist die Stimmung der Verbraucher in Deutschland derzeit so gut wie seit Jahren nicht mehr: Der Konsumklimaindex für November kletterte auf den höchsten Wert seit Herbst 2007.

Für das Gesamtjahr rechnet der HDE weiterhin mit einem Umsatzzuwachs von nominal 1,5 Prozent. Real dürfte der Umsatz der Branche auf Vorjahresniveau liegen, sagte Falk: «Der deutsche Einzelhandel schaut nun optimistisch auf die letzten beiden Monate des Jahres.»

Mitteilung Bundesamt