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EADS-Großaktionär Lagardère gegen aktuellen Fusionsplan

Paris/München (dpa) - Die Fusionspläne der europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerne EADS und BAE Systems stehen mehr denn je auf der Kippe. Der französische EADS-Großaktionär Arnaud Lagardère bezeichnete die Rahmenbedingungen des Projekts als unbefriedigend.

Mögliche Fusion von EADS und BAE Systems
Auf dem Weg zu einer möglichen Fusion von EADS und BAE Systems gibt es viele Stolpersteine. Foto: BAESystemInc Foto: dpa

Er forderte die Konzernspitze zu einer Überarbeitung der Pläne auf. Es sei nicht klar, welcher Mehrwert für EADS entstünde, ließ Lagardère mitteilen. EADS äußerte sich am Montag auf Nachfrage nicht zur herben Kritik des Franzosen.

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Die Stellungnahme Lagardères gilt als herber Dämpfer für die EADS-Spitze um Thomas Enders, die den Konzern mit dem britischen Branchenriesen BAE Systems fusionieren will. Die Lagardère-Gruppe hält zwar nur 7,5 Prozent der Anteile an EADS. Ein Aktionärspakt räumt ihr allerdings ein Vetorecht gegen Vereinbarungen über strategische Allianzen oder industrielle Zusammenarbeit ein. Lagardère will über Neuverhandlungen erreichen, dass die Interessen der französischen Anteilseigner besser gewahrt werden.

Die deutsche Bundesregierung hatte bereits in den vergangenen Tagen Bedenken gegen die Fusion geäußert. Sie hat wie die französische Regierung und der Daimler-Konzern ebenfalls ein Einspruchsrecht. Inzwischen stellen auch CSU-Politiker Bedingungen. Wirtschafts- und Verteidigungspolitiker forderten in einem Papier an Parteichef Horst Seehofer (CSU), dass die Bundesregierung dem umstrittenen Deal nur zustimmen dürfe, wenn München das Hauptquartier des künftigen Konzerns bekomme, berichtete der «Münchner Merkur». Dies müsse unverhandelbar sein, zitiert das Blatt aus dem Schreiben.

Zuvor hatten Regierungsvertreter betont, dass Deutschland und Frankreich sich noch nicht öffentlich auf eine gemeinsame Position zur Fusion festgelegt hätten. «Dieser Dialog zwischen uns ist sehr offen», sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian nach einem Treffen der Außen- und Verteidigungsminister beider Länder im baden-württembergischen Müllheim. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) betonte, dass selbst der Zeitplan noch offen sei, nach dem es bis zum 10. Oktober eine Entscheidung geben soll. «Auch die Frage des Zeitplans ist Gegenstand von Verhandlungen.»

Die Chefs von EADS und BAE Systems machten unterdessen weiter Druck. «Wenn sich die Gelegenheit ergibt, etwas noch Größeres und Besseres zu schaffen, dann müssen wir zugreifen», mahnten EADS-Vorstandschef Thomas Enders und Ian King, der die Geschäfte der britischen BAE Systems leitet, in einem Gastbeitrag für die «Süddeutsche Zeitung» (Montag). Enders und King appellieren an die Regierungen in Deutschland und Frankreich, ihre bisher kontrollierten Anteile an EADS aufzugeben und sich mit einer «goldenen Aktie», die auch künftig Einfluss sichert, zufriedenzugeben.

Bisher verfügen Frankreich und Deutschland direkt und indirekt über jeweils gut 22 Prozent der EADS-Anteile, die deutschen Interessen nimmt dabei der Autokonzern Daimler wahr. Bei BAE Systems sind keine Staaten direkt oder indirekt Großaktionäre. Laut «Spiegel» haben sich Deutschland und Frankreich auf eine gemeinsame Strategie verständigt, nach der sie jeweils neun Prozent an einem fusionierten Konzern halten wollten. Die beiden Übernehmen möchten den beteiligten Staaten hingegen nur ein Vetorecht bei feindlichen Übernahmen über eine «goldene Aktie» einräumen.

Frankreichs Verteidigungsminister Le Drian nannte das Fusionsvorhaben «durchaus interessant und verführerisch», fügte aber hinzu: «Die Folgen sind sehr komplex.» De Maizière kritisierte die öffentliche Debatte über das Vorhaben. «Bei dieser Frage wird viel zu viel öffentlich geredet», sagte er. «Wir möchten die Debatte, die es gibt, nicht durch irgendwelche Spekulationen befördern.»

Lagardère-Mitteilung