weather-image
26°

Draghi eröffnet Richtfest von EZB-Neubau in Frankfurt

EZB-Neubau
Im Jahr 2014 sollen die EZB-Banker in den Neubau in Frankfurt einziehen. Foto: Boris Roessler Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Am Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt wird gut zweieinviertel Jahre nach der Grundsteinlegung Richtfest gefeiert. EZB-Chef Mario Draghi wird am Donnerstagabend die Zeremonie auf der Baustelle eröffnen.


Die Bürogeschosse des spektakulären Doppelturms sind fertig. Im Verbund mit der denkmalgeschützten Großmarkthalle soll er nach den Plänen des Wiener Architekturbüros Coop Himmelb(l)au zu einem Wahrzeichen für Europa werden. Eingang und Konferenzcenter werden dabei wie ein Keil die frühere Gemüsehalle durchbohren und an den Büro-Doppelturm andocken.

Anzeige

Ihre endgültige Höhe haben die Türme - 185 Meter der Nordturm und 164 Meter der Südturm - aber noch nicht ganz erreicht. Technik und Antennen fehlen noch. Zugleich geht die Verglasung der Fassaden weiter. Die Sanierung der 1928 von Martin Elsaesser erbauten Großmarkthalle verzögert sich allerdings. «Die Bausubstanz hält einige Überraschungen bereit», heißt es zur Begründung. Einzelheiten und ein Termin werden aber noch nicht genannt.

«Der Zustand der Großmarkthalle war völlig marode. Sie war auch nicht für die Ewigkeit gebaut», sagte Projektmanager Thomas Rinderspacher bei einem Rundgang vor einigen Monaten. Für die Restaurierung der einst größten freitragenden Halle Europas ohne Stützen mussten allein mehr als 7,5 Kilometer an Fugen mit der Hand herausgekratzt und neu gemacht werden.

Jeder der beiden neuen Türme allein ist voll funktionsfähig. «Es sieht aus wie zwei schlanke Hochhäuser. Von der Konstruktion her ist es aber ein stabiles Hochhaus», sagte Rinderspacher. Langstreckenaufzüge bringen die Beschäftigten einmal zu den vier Plattformen zwischen den beiden Türmen, von denen aus langsamere Aufzüge in jedes Stockwerk gehen. Auch über ungefähr zwölf Brücken können die Beschäftigten von einem Turm in den anderen gelangen.

Das gigantische Bauwerk in unmittelbarer Nähe des Mainufers und der neuen Osthafenbrücke hebt sich schon von weitem von der Frankfurter Skyline ab. Von innen gewähren die leicht ineinander gedrehten und mehrfach verbundenen Türme einen ganz neuen Blick auf die Skyline: Mit der Paulskirche vor den Bankentürmen und der Biegung des Mains.

Der Umzug in das neue Gebäude ist noch immer für 2014 geplant: Rund 1500 EZB-Beschäftigte, die derzeit auf mehrere Gebäude in der Innenstadt verteilt sind, sollen dann in das neue Domizil ziehen. Die Türme bieten insgesamt etwa 2300 Arbeitsplätze. Die Baukosten von rund 500 Millionen Euro (zu Preisen von 2005) sollen nicht überschritten werden. Dieser enge Rahmen hatte das Projekt anfangs bereits um zwei Jahre verzögert, da die EZB zunächst keinen Generalunternehmer fand.

Eine Gedenkstätte wird daran erinnern, dass in der Nazi-Zeit Tausende von Juden aus der Großmarkthalle mit Zügen in die Vernichtungslager abtransportiert wurden - oben lief der Marktbetrieb ganz normal weiter. Eine der alten Rampen wurde erhalten. Sie soll Teil eines «Ensembles verschiedener authentischer Orte» werden. Die Gedenkstätte soll - anders als das übrige mit einem unauffälligen durchsichtigen Zaun geschützte Gelände - für die Öffentlichkeit zugänglich werden - zumindest in Führungen des Jüdischen Museums.

EZB-Neubauprojekt