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DIW für Versicherungspflicht gegen Naturkatastrophen

Berlin (dpa) - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) macht sich für eine Versicherungspflicht für Naturkatastrophen stark.

Hochwasser in Sachsen-Anhalt
Eine durch das Hochwasser zerstörte Landschaft an der Schleuse in Niegripp (Sachsen-Anhalt) zwischen Elbe und Elbe-Havel-Kanal. Foto: Jens Wolf Foto: dpa

Ein solches Modell sei auf Dauer gerechter und für den Staat günstiger als die bisherigen Nothilfen bei Hochwasser, Stürmen und anderen Naturereignissen, argumentieren die Experten.

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Eine flächendeckende Versicherung würde den Opfern schneller und sicherer Hilfe bringen, sagte der Umweltforscher des Leipziger Helmholtz-Zentrums, Reimund Schwarze, bei der Vorstellung des Konzepts in Berlin.

«Das Risiko muss auf viele Schultern verteilt werden», erläuterte Schwarze. Die Kosten für den Versicherungsschutz blieben für den Einzelnen nur dann erträglich, wenn sich alle Grund- und Immobilienbesitzer an den Folgekosten von extremen Naturereignissen beteiligten.

«Sollte beispielsweise nur eine Versicherung für Hochwasserrisiken zur Pflicht werden, wäre es einem Bewohner eines Berghangs schwer zu vermitteln, welche Vorteile diese Versicherung für ihn hat», erklärte Schwarze. Die Versicherungspflicht sollte deshalb auch Sturmfluten, Starkregen, Schneedruck, Lawinen und Erdbeben als sogenannte Elementarschäden umfassen.

Die unterschiedlichen Risiken je nach Standort könnten durch eine unterschiedlich hohe Eigenbeteiligung im Schadensfall berücksichtigt werden, sagte der Umweltforscher. Nach DIW-Berechnungen würden für ein typisches Eigenheim in einer Zone mit geringem Risiko rund 150 Euro Jahresprämie für eine Elementarschadenversicherung fällig.

Voraussetzung einer solchen Versicherung wäre eine Staatsgarantie für sehr große Schäden. Das DIW schlägt vor, dass der Staat Schäden übernimmt, die bei einem Ereignis über acht Milliarden Euro hinausgehen. Am Donnerstag hatten Bund und Länder vereinbart, gemeinsam Geld bis zu dieser Summe bereitzustellen, um Flutschäden zu beseitigen.

DIW-Pressemitteilung