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DIW: Deutsche Wirtschaft leidet nur kurzzeitig unter der Euro-Krise

Berlin (dpa) - Die Euro-Schuldenkrise und die schwächere Weltwirtschaft werden die deutsche Konjunktur Volkswirten zufolge nur kurzzeitig belasten.

Deutsche Wirtschaft
Nach einer Schwächephase im zweiten Halbjahr 2012 wird das Bruttoinlandsprodukt laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im kommenden Jahr wieder stärker zulegen. Foto: Oliver Berg Foto: dpa

Nach einer Schwächephase im zweiten Halbjahr 2012 wird das Bruttoinlandsprodukt laut einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im kommenden Jahr wieder stärker zulegen. Die DIW-Forscher rechnen in ihren am Dienstag veröffentlichten «Herbstgrundlinien 2012» mit einem Wachstum von 1,6 Prozent 2013. Für dieses Jahr sagen sie ein Plus von lediglich 0,9 Prozent voraus.

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Dämpfend auf das Wirtschaftswachstum wirke vor allem die weiter sinkende Nachfrage nach deutschen Produkten aus den Krisenländern des Euroraums. Aber auch im Rest der Welt werde sich die Nachfrage zunächst deutlich schwächer entwickeln.

«Vor allem in den Schwellenländern und den USA lässt die Konjunktur merklich nach», erklärte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Besonders in China und Brasilien reagierten die Regierungen aber mit expansiver Geldpolitik und Konjunkturpaketen. «Wir gehen deshalb davon aus, dass die Konjunktur dort ab der Jahreswende wieder etwas anzieht. Das dürfte sich positiv auf die deutsche Exportwirtschaft auswirken.»

Der deutsche Arbeitsmarkt zeige sich vergleichsweise stabil. Zwar setze sich auch hier die schwächere wirtschaftliche Dynamik durch. Die Zahl der Arbeitslosen steige leicht von durchschnittlich 2,9 Millionen im Jahr 2012 auf gut drei Millionen im kommenden Jahr, so das DIW. Der Stellenabbau sei aber begrenzt, weil die Firmen sich wegen der knappen Arbeitskräfte bemühten, ihre Belegschaft zu halten und auf Überstundenabbau oder Kurzarbeit setzten.

DIW Presse