weather-image
21°

Deutscher Automarkt fängt sich allmählich

Berlin/São Paulo (dpa) - Die deutsche Autoindustrie kommt wieder in Schwung. Der Export und die Inlandsproduktion zogen im September kräftig an. Dadurch wurde das gute Ergebnis der ersten neun Monate aus dem Vorjahr wieder erreicht, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte.

Ford-Verladeterminal
Ford-Neuwagen des Typs Fiesta und Fusion am Verladeterminal des Hafen Scheldeport in den Niederlanden. Foto: Oliver Berg/Archiv Foto: dpa

Daimler kündigte an, in Brasilien wieder Autos zu produzieren. Aus einem neuen Werk bei São Paulo sollen 2016 die ersten Fahrzeuge vom Band rollen. Die Partner Opel und PSA Peugeot Citroën aus Frankreich wollen Ende 2016 gemeinsam einen kleinen Lieferwagen auf den Markt bringen. Er soll im spanischen Saragossa montiert werden.

Anzeige

In Deutschland lagen die Ausfuhren und die Produktion nach drei Quartalen fast genau auf dem Niveau des Vorjahres: 3,14 Millionen Pkw wurden exportiert, 4,09 Millionen hergestellt. Dabei half der starke Monat September, in dem der Export um 15 Prozent und die Produktion um 14 Prozent stiegen.

Auch beim Absatz deutet sich in Deutschland eine Erholung an. Im September wurden rund 247 000 Personenwagen neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg berichtete. Das waren 1,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. «Es ist erkennbar, dass sich der deutsche Markt fängt», bemerkte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Von Januar bis September wurden 2,22 Millionen Neufahrzeuge für das deutsche Straßennetz angemeldet. Dies entspricht einem Minus von 6,0 Prozent verglichen mit den ersten neun Monaten 2012.

Europas Branchenprimus Volkswagen ist auf dem wichtigen US-Automarkt unterdessen zurückgefallen. Der Verkauf der Marke schrumpfte im September um zwölf Prozent, wie das Unternehmen mitteilte. Es ist der kräftigste Rückgang des Autobauers in diesem Jahr. Seit Januar summierte sich das Minus auf drei Prozent. In Deutschland sank die Zahl der VW-Neuzulassungen in den ersten neun Monaten sogar um 8,6 Prozent auf 471 000. Mit einem Anteil von 21,2 Prozent blieb VW die mit Abstand beliebteste Automarke.

Daimler will mit der Fertigung in Brasilien angreifen, wie es Produktionsvorstand Andreas Renschler formulierte. In einem ersten Schritt investieren die Schwaben 170 Millionen Euro. Bis 2020 will Daimler auf dem brasilianischen Premiummarkt die Nummer eins sein. In dem neuen Montagewerk rund 160 Kilometer von São Paulo entfernt sollen jährlich bis zu 20 000 Fahrzeuge produziert werden. Mercedes-Benz hatte bis 2005 im Werk Juiz de Fora die erste Generation der A-Klasse und für kurze Zeit auch den CLC gebaut.

Die Allianz der kriselnden Autobauer Opel und PSA Peugeot Citroën lässt die geplanten Neuentwicklungen im Kleinwagensegment dagegen im spanischen GM-Werk Saragossa bauen. Wie die Hersteller am Dienstag mitteilten, wird das Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim die technische Umsetzung des gemeinsamen Minivan-Projekts verantworten. PSA liefere Motoren und Getriebe. Die ersten Fahrzeuge sollten Ende 2016 auf den Markt kommen. «Die Fahrzeuge werden sich erheblich voneinander unterscheiden und vollständig im Einklang mit den Merkmalen der jeweiligen Marke sein», hieß es in der Mitteilung.

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) und PSA hatten sich im vergangenen Dezember auf drei gemeinsame Projekte verständigt. Das sogenannte Multi-Purpose-Vehicles-Programm im Kleinwagensegment ist eines davon. Die Zusammenarbeit bei Einkauf, Logistik und Modellentwicklung soll Kosten sparen.