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Der Gebrauchtwagenkauf muss kein Risikogeschäft sein

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Foto: ich/pixelio.de

Der Gebrauchtwagenhändler wird in den Medien gern als etwas zwielichtiger und schmieriger Typ dargestellt. Dem Gebrauchtwagenhändler ist hiernach nicht zu trauen, versucht er doch durch allerhand Tricks, dem Käufer einen Schrotthaufen zu einem hohen Preis unterzujubeln. Das muss natürlich nicht immer so sein. Es gibt neben all den schwarzen Schafen der Branche auch seriöse Händler, bei denen Käufer nicht über den Tisch gezogen werden. Der potenzielle Käufer kann ein Gebrauchtwagen-Fiasko vermeiden, indem er einige wichtige Punkte im Vorfeld beachtet.


Bevor man sich Gedanken darüber macht, wo man den richtigen Gebrauchtwagen finden kann, sollte man viel eher darüber nachdenken, welche Modelle auch gebraucht noch etwas taugen. Im Internetzeitalter ist es recht einfach, Informationen zu den gewünschten Modellen zu finden. Auch sollten die Pannenstatistik des ADAC und der TÜV-Report zurate gezogen werden.

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Eine wichtige Frage stellt sich vorweg: Ist der Verkäufer ein Händler oder ein Privater. Während der Kauf von privat günstiger ist, hat der höhere Preis beim Händler einen entscheidenden Vorteil: die gesetzliche Gewährleistung. Sie ist unbedingt von der vom Händler freiwillig übernommenen Garantie zu unterscheiden. Bei der Gewährleistung haftet der gewerbliche Verkäufer für die Mängel, die sich erst nach dem Kauf zeigen und nicht verschleißbedingt sind. Häufig versuchen Händler das Gewährleistungsrecht zu umgehen, indem sie das Auto nur vermitteln, der eigentliche Verkäufer aber ein Privatmann ist. Darauf sollte man sich gar nicht erst einlassen.

Hat sich der künftige Käufer nun im Internet, via Kleinanzeigen oder beim Händler ein Fahrzeug ausgesucht, so gilt es, dieses näher zu begutachten. Neben ausreichend Zeit sollte man gutes Wetter mitbringen. Für den ersten Eindruck ist nicht immer ein Profi vonnöten. Auch der Laie kann auf dieser Stufe schon so einige Mängel erkennen. Hierbei zählt vor allem der äußere Eindruck. Ist das Auto gepflegt? Ist Rost erkennbar? Wie steht es um den Auspuff? Daneben muss auch der Innenraum einem strengen Blick unterzogen werden. Einen Fehler begeht derjenige, der sich die Papiere, wie Serviceheft und Zulassung nicht zur Überprüfung aushändigen lässt. Stimmt die Fahrgestellnummer überhaupt mit der in den Papieren verzeichneten überein? Stimmt der Kilometerstand? Ist der Verkäufer auch der Eigentümer des Fahrzeugs? Letzteres finden Käufer heraus, indem sie sich den Ausweis des Verkäufers vorlegen lassen.

Auf die Probefahrt darf in keinem Fall verzichtet werden. Hierfür am besten vor Antritt der Fahrt eine Probefahrtvereinbarung unterschreiben, welche die Haftung regelt. Auf der Fahrt sollte auf wirklich jedes Geräusch und auch auf das Fahr- und Bremsverhalten des Fahrzeuges geachtet werden. Wer sich selbst und seinen Kfz-Kenntnissen misstraut, der kann das Auto für einen geringen Preis von knapp 35 € beim TÜV oder auch beim ADAC überprüfen lassen. Wichtig: Nach der Probefahrt gehen die Preisverhandlungen erst richtig los.

Gut gerüstet für das Verkaufsgespräch sind diejenigen, die sich vorher über den derzeitigen Marktpreis mithilfe von Eurotax Schwacke und DAT informiert haben. Gegenüber einem Profiverkäufer werden sich die Verhandlungen zwar trotzdem schwierig gestalten, doch muss sich so keiner den Wagen weit über Wert andrehen lassen.