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Conti und Lanxess neu im Dax - Aktien verlieren

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Conti erhofft sich von der Rückkehr in den Dax mehr Nachfrage nach den eigenen Papieren. Die Aktie gewann seit Jahresbeginn um über 70 Prozent an Wert. Foto: Friso Gentsch Foto: dpa

Frankfurt (dpa) - Der erste Tag im Dax hat für den Autozulieferer Continental und den Chemiespezialisten Lanxess Verluste gebracht. Die Conti-Papiere sanken zum Handelsschluss um 2,54 Prozent auf 81,49 Euro. Lanxess-Titel gaben um 0,42 Prozent auf 66,00 Euro nach, während der Dax 0,52 Prozent verlor.


Börsianer zeigten sich wenig erstaunt: In der Regel legen Index-Aufsteiger bereits vor Bekanntgabe der Änderungen kräftig zu und geben nach dem Vollzug nach.

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Der Autozulieferer Continental kehrte nach knapp vier Jahren in die Spitzengruppe der deutschen Börsenkonzerne zurück. Das gerade einmal acht Jahre alte Spezialchemieunternehmen Lanxess nimmt nun neben dem ehemaligen Mutterkonzern Bayer einen Platz im Dax ein. Damit stellen die Chemie- und die Autoindustrie nun die größten Branchen im Aktienindex dar. Für Conti und Lanxess stiegen der Handelsriese Metro und der Lastwagenhersteller MAN in den MDax der mittelgroßen Werte ab.

Conti erhofft sich von der Rückkehr in den Dax mehr Nachfrage nach den eigenen Papieren. Die Aktie gewann seit Jahresbeginn rund 70 Prozent an Wert hinzu, rund 20 Prozent davon allein seit Ende Juli. Aufgrund des überraschenden Übernahmevorstoßes durch den damaligen Konkurrenten Schaeffler hatten die Titel im Dezember 2008 in den MDax absteigen müssen.

Die Lanxess-Papiere legten seit Jahresbeginn mehr als 60 Prozent zu, davon seit Ende Juli mehr als 20 Prozent. Das Unternehmen entstand 2004 durch die Abspaltung der traditionsreichen Chemiesparte des Bayer-Konzerns, nachdem der Konzern ein hartes Sanierungsprogramm durchlaufen hatte: Firmenteile wurden abgestoßen, Arbeitsplätze gestrichen und ertragsschwache Segmente auf Rendite getrimmt.

Der Metro AG, die dem Dax 16 Jahre lang angehörte, wurde vor allem die schwache Kursentwicklung in diesem Jahr zum Verhängnis. Bei dem Lastwagenhersteller MAN war der Streubesitz nach den Zukäufen durch den Volkswagen-Konzern so stark gesunken, dass es für einen Verbleib im Dax nicht mehr gereicht hat. Die Wolfsburger besitzen inzwischen mehr als 75 Prozent des Traditionskonzerns.

Im MDax ersetzen die Aktien von TAG Immobilien die Titel von Deutz, die ihrerseits wiederum in den SDax wechseln. Auch dieser Austausch ist dem kräftigen Kursverfall der Papiere des Motorenbauers in diesem Jahr geschuldet.