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Conti drückt Schuldenberg nach Rekordgewinn

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Zulieferer Conti
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Continental blickt auf eine glänzende Bilanz für das schwierige Jahr 2012. Foto: Holger Hollemann Foto: dpa

Frankfurt/Hannover (dpa) - Der Autozulieferer Continental verliert nach Rekordzahlen 2012 spürbar an Schwung. «Der Start in das Jahr 2013 gestaltet sich wie erwartet schwierig», sagte Conti-Chef Elmar Degenhart in Frankfurt am Main bei der Vorlage der Jahresbilanz.


Besonders von der zweiten Jahreshälfte erhofft sich Conti aber, dass die Pkw-Produktion und auch das Reifengeschäft wieder anziehen. 2012 gab es diverse Bestwerte: So stehen beispielsweise unterm Strich 1,9 Milliarden Euro Gewinn. Die Schuldenlast sank spürbar und weit stärker als geplant.

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Contis Kasse ist üppiger gefüllt als ein Jahr zuvor: Mit 2,4 Milliarden Euro flüssigen Mitteln hatte das Unternehmen zum Jahresende gut 50 Prozent mehr auf der hohen Kante. Degenhart sagte, Zukäufe passender Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu einer Milliarde Euro seien «denkbar». Nähere Angaben etwa zu Regionen machte er nicht.

Die Börse belohnte die Zahlen mit einem Plus von zwischenzeitlich rund 4 Prozent. Die Conti-Papiere rangierten den ganzen Tag über im Spitzenfeld des Dax. Nord/LB-Analyst Frank Schwope zeigte sich erfreut: «Die starken Zahlen für das Jahr 2012 untermauern den erfreulichen Ausblick für das laufende Jahr 2013, während andere Branchenunternehmen auf die Bremse treten müssen.»

Die Rekorde aus dem vergangenen Jahr dürften auch Mitarbeiter und Aktionäre freuen. Die rund 50 000 Tarifbeschäftigten hierzulande bekommen diesmal 900 Euro Bonus. Pro Aktie will Conti 2,25 Euro Dividende zahlen - das sind 50 Prozent Plus zum Vorjahr und laut Finanzchef Wolfgang Schäfer der höchste Wert in der Firmengeschichte.

Für den von einer Absatzflaute geplagten Heimatkontinent hat Degenhart absehbar wenig Hoffnung - das Wachstum in Übersee solle aber, so wie schon 2012, gegensteuern. «Europa wird voraussichtlich schwach bleiben, Nordamerika dürfte zulegen, wenn auch mit deutlich geringerer Dynamik als 2012. Gutes Wachstum sehen wir in Asien mit China als Zugpferd.»

Für das erste Quartal sei bereits abzusehen, dass der Umsatz im Vergleich zum ersten Viertel des Vorjahres um «1 bis 3 Prozent» zurückgehen dürfte. Vom zweiten Halbjahr erhofft sich Degenhart dann Impulse. Neben den generell positiveren Konjunkturanzeichen sollen die anstehenden Modellstarts der Autobauer frische Dynamik für Conti bringen. Auf Sicht für das Gesamtjahr soll sich der Umsatz daher um 5 Prozent verbessern. 2012 hatte den Rekorderlös von 32,7 Milliarden Euro eingebracht.

Dort, wo Conti zulege, werde die Belegschaft auch größer, sagte Degenhart. Insgesamt dämpfte der Manager aber die Hoffnung auf spürbar anziehende Mitarbeiterzahlen. «Wir sind vorsichtig, was den weiteren Aufbau von Fixkosten angeht.» Ende 2012 zählte der Dax-Rückkehrer 169 639 Mitarbeiter. Das waren rund 6000 Beschäftigte mehr als Ende 2011.

Das laufende Geschäft soll 2013 ähnlich viel abwerfen wie im vergangenen Jahr. Bereinigt um Sondereffekte bliebe damit als Ergebnis vor Zinsen und Steuern mindestens jeder zehnte umgesetzte Euro. 2012 waren knapp 3,1 Milliarden Euro operativer Gewinn zusammengekommen.

Vor allem die Reifensparte sorgte im laufenden Geschäft für Verbesserungen. Jedoch spielten Conti auch einige positive Effekte in die Karten: Im Laufe des Jahres seien etwa die Rohstoffpreise für die Reifen gefallen und auch die Steuerlast habe merklich nachgegeben, vor allem durch Entlastungen in Nordamerika.

Die Nettoverschuldung sank um gut 20 Prozent von knapp 6,8 Milliarden Euro auf rund 5,3 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern sein Ziel merklich, 2012 unter die Marke von 6,5 Milliarden Euro zu rutschen. 2013 soll der Berg an Verbindlichkeiten «weiter absinken», wie Finanzchef Schäfer versprach. Conti hatte vor allem durch den Kauf der Siemens-Autotechniksparte VDO im Jahr 2007 für rund 11,4 Milliarden Euro Schulden angehäuft.

Bilanz und Webcast der Pressekonferenz

Eckdaten zu Conti aus Januar