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China-Schwäche dämpft Optimismus beim Chemiekonzern BASF

Ludwigshafen (dpa) - Die Konjunkturschwäche in Europa und ein deutlicher Nachfragerückgang in China lassen den weltgrößten Chemiekonzern BASF vorsichtigere Töne anschlagen. Das konjunkturelle Klima sei rauer geworden, sagte Konzernchef Kurt Bock am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen.

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BASF strebt ein neues Rekordjahr an. Foto: Uwe Anspach Foto: dpa

Die BASF spüre die Auswirkungen der Schuldenkrise bei Absatz und Umsatz in Europa, zudem stottere der Wachstumsmotor in China. Dennoch hielt Bock an seiner Prognose fest, das Jahr 2012 mit Rekordwerten abzuschließen.

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Beim Ziel, die Spitzenwerte von 2011 bei Umsatz und Ergebnis vor Zinsen, Steuern (EBIT) und Sondereinflüssen nochmals zu übertreffen, setzt der Konzern vor allem auf die Wiederaufnahme der Erdölproduktion in Libyen. Die Anlagen standen vergangenes Jahr von Februar bis Oktober wegen der politischen Unruhen still, seitdem sprudelt es dort wieder.

Ein geringeres Jahresergebnis prognostizierte Bock für das Chemiegeschäft, das auch schon im ersten Halbjahr zurückging: «Unsere Kunden agieren weiterhin vorsichtig, sie reduzieren weiter ihre Lagerbestände.» Der Konzern rechne nun nicht mehr damit, dass die Nachfrage nach seinen Produkten in den kommenden Monaten weiter ansteigt. Die Schwächephase in China dauere bereits seit drei Quartalen an. Ein Ende sei nicht absehbar, sagte Bock.

Im zweiten Quartal sank der BASF-Gewinn um knapp 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Den Rückgang führte der Konzern auf deutlich höhere Steuern aufgrund der wiederangefahrenen Öl-Produktion in Libyen zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (EBIT) und Sondereffekten stieg um elf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, gut lief es vor allem im Öl- und Gasgeschäft sowie der Agrochemie. Der Umsatz kletterte um knapp sechs Prozent auf 19,5 Milliarden Euro - auch hier profitierte der Konzern vom Öl aus Libyen.

Bock kündigte an, Sparmaßnahmen zu beschleunigen und Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. So soll in den Schwellenländern erst einmal weniger Personal eingestellt werden als geplant. Bock rief zudem die Politik in Deutschland auf, nicht mit der Energiewende zusätzliche Kosten zu verursachen: «Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie darf nicht noch zusätzlich belastet werden.» Ende Juni 2012 beschäftigte BASF 111 995 Mitarbeiter, fast 2000 mehr als im Vorjahr.

Halbjahres-Bericht